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Wednesday, September 22, 2010

The Book of Basketball

Bill Simmons, the Sports Guy, is a phenomenon. I am not even sure I want to explain who he is at this point, I feel like you either know or you wouldn't care. Simply put he is a humorous columnist who from the perspective of a fan analyzes sports throwing in pop-cultural references for good measures. I used to religiously read his columns, especially the ones focusing on basketball, yet have semi-soured on him over the last year. His humor is a bit too repetitive, too simple and too American (fecal, the amount of girls one (should have) slept with in college) at times for me to thoroughly enjoy reading him as much as I used to do.

Yet, when he published his Book of Basketball I was of course content when a friend of mine handed me his second copy (danke). After having fought my way through the 700 pages of the book I have to admit that I've had my fill of Mr Simmons for a while. Politely put: his writing doesn't lend itself to a book format.

He is a columnist who at his best offers up a number of jokes, most of which (hopefully) work, and who succeeds to bring across his opinion in that manner. He really is an op-ed writer in that sense, one exclusively focusing on sports (and pop culture). Reading the Book of Basketball then is like going through 700 pages of columns. It takes a long time, one inserts quite a few breaks and one still becomes tired of it.

Additionally, Simmons is a big fan of lists - if I were a bit more intellectual, I'm sure I could come up with some kind of a joke along the lines of a an anarchy-dominated world being attempted to subdue to the order of a ranking, I will have to pass though - which makes for a quick, argument-provoking read normally. It becomes tedious when it involves the 96 best (NBA-)basketball players ever. Or the 20 best (NBA-)teams ever. Or (even worse) the creation of random cross-generational all star teams labeled according the players' respective periods (e.g. pre-championship Jordan, pre- and post-baseball Jordan).

I had a hard time even finishing this book and one glance at my reading list on this blog should let you know what kind of an exception that is. Simmons is not a bad writer per se and I will continue to devour his columns in order to distract me from whatever I am supposed to be doing at the same time. It's just that his style is really not suited for a book format especially one as massive as this one.

Monday, September 20, 2010

Wise Blood

Flannery O'Connor had always been something of a mystery to me. I had read one of her short stories years ago and been reminded of her importance as a southern writer countless times, yet never managed to simply read her. Her first novel Wise Blood, which I read in one sitting on a transatlantic flight back to Europe, was thus my first true stab at her writing and I have to say that I am torn. While I enjoyed the grotesque scenery and its protagonists - the seemingly blind preacher and his as innocent child, the crook and his perfection of the Church without Christ, - the plot - for me in any case, Wikipedia disagrees to some extent - was largely carried by the main protagonist's (Motes) inner struggle with religion or rather his attempts at shaking it. This kind of inner-religious struggle does not have to be a problem per se (see Joyce's version), yet I found it difficult in this case to relate to the main character of the novel. Literature if it is to have an effect on me has to deal with a universal problem subject, its regional or cultural setting matters little. Love, hate, war, fear, a wide variety of topics hold appeal for me in that sense, an inner struggle concentrating on religion is not amongst those. If one does not believe, how is one to relate to someone grappling with his belief? To put it shortly, I was far less impressed with O'Connor than I would have expected considering the reviews she had received from people whose taste I would usually trust.

Sunday, August 29, 2010

Wo warst du, Adam?

Mein zweiter kurzer Roman von Heinrich Böll in diesem Jahr (hier ist die Beschreibung des ersten) und ich muß sagen: „Ich bin sehr angetan.“ Wo warst du, Adam? ist eigentlich mehr eine Novelle und erzählt in mehreren kurzen Kapiteln vom Schicksal verschiedenster Teilnehmer bzw Betroffener des Zweiten Weltkrieges. Böll ist unglaublich deskriptiv und zurückhaltend, trifft kaum ein Werturteil über seine Protagonisten, schafft es aber trotzdem - oder gerade deswegen - die Monströsität des Krieges auch der Shoah darzustellen. Überrascht war ich von der Ähnlichkeit seiner Darstellung mit Hannah Arendts Banalität des Bösen:

„Sie war erstaunt, wie gelassen es in der Verwaltung des Todes zuging. Alles ging mechanisch, etwas gereizt ungeduldig: Diese Menschen taten ihre Arbeit mit der gleichen Mißlaune, wie sie jede anderer Büroarbeit getan hätten, sie erfüllten lediglich eine Pflicht, eine Pflicht, die ihnen lästig war, die sie aber erfüllten.“


Ein sehr schönes Buch. Das Motto vor dem Werk als solchem alleine überzeugte mich schon: „Eine Weltkatastrophe kann zu manchem dienen. Auch dazu, ein Alibi zu finden vor Gott. Wo warst du, Adam? „Ich war im Weltkrieg“.“

Saturday, August 28, 2010

Sarrazin kommentiert

*Ich bin kein großer Fan von Sekundärliteratur. Hier ist also der Vorabdruck von Sarrazins neustem Machwerk. Die Kommentare sind von mir. Den Text kopierte ich von dieser Website. Ich habe versucht überall, wo ich Fehler entdeckte bzw anderer Meinung war hierauf aufmerksam zu machen, aber ich konnte irgendwann nicht mehr, Sarrazin kotzte mich irgendwann zu sehr an. Er übertreibt, verstellt Tatsachen, zitiert nur ihm passende Statistiken und Beispiele. Dieser Text ist intellektuell einfach nicht ernst zu nehmen, die Tatsache, daß so viele Deutsche sich mit ihm solidarisieren, zeigt wohl nur die latenten Xenophobie und mangelnde Reflexion weiter Bevölkerungsschichten. Analog zu Hannah Arendts Überlegungen kann ich mich da wohl nur auf die Nichtteilnahme beschränken, denn wie soll man mit einem intellektuell nicht ehrlichen Menschen argumentieren? Ich hab keine Lust mir weiter meinen Tag von diesem Menschen versauen zu lassen, das Ganze ist einfach zu abstoßend

Es ist das Recht einer jeden Gesellschaft, selbst zu entscheiden wen sie aufnehmen will, und jedes Land hat das Recht, dabei auf die Wahrung seiner Kultur und seiner Tradition zu achten. Auch in Deutschland und Europa sind solche Überlegungen legitim, und sie werden ja auch zunehmend gestellt. Dabei kommt man um Urteile nicht herum, und es wäre auch ganz falsch, ihnen auszuweichen. Diese Urteile betreffen sowohl die Anforderungen, die wir an die Integrationsfähigkeit und Integrationsbereitschaft von Migranten stellen, als auch die Frage, wen wir überhaupt als Migranten akzeptieren wollen.

Für mich ist es wichtig, dass Europa seine kulturelle Identität als europäisches Abendland und Deutschland seine als Land mit deutscher Sprache wahrt [Warum ist das eigentlich wichtig? Ich bezweifele, ob er das vernünftig (oder auch rational und argumentativ) begründen kann.], als Land in Europa, vereint mit den umgebenden Franzosen, Niederländern, Dänen, Polen und anderen, aber auch mit deutscher Tradition. Dieses Europa der Vaterländer ist säkular (säkular: Trennung von Staat und Religion, von Politik und Kirche.) [wenn eine muslimische Landesministerin das Kruzifix in der Schule kritisiert gilt die Säkularität übrigens nicht mehr], demokratisch und achtet die Menschenrechte.

Soweit Immigration stattfindet, sollten die Migranten zu diesem Profil passen, beziehungsweise sich im Zuge der Integration anpassen. Ich möchte, dass auch meine Urenkel in 100 Jahren noch in Deutschland leben können, wenn sie dies wollen. Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch uns arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhytmus vom Ruf der Muezzine (Muezzin: Gebetsrufer auf dem Minarett.) bestimmt wird. [Nochmal, warum eigentlich? Außer einem deutsch-rassistischen Superioritätskomplex finde ich keinen überzeugenden Grund.] Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen.

Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden, auch regional nicht. Der gefürchtete Rechtsradikalismus wird nicht dadurch gefördert, dass wir unsere legitimen Präferenzen (Vorstellungen, Erwartungen, Wünsche) klar äußern und das politische Handeln nach ihnen ausrichten, sondern dadurch, dass wir die Dinge schleifen lassen. In kleineren Ländern wie Holland, Belgien und Dänemark ist das Gefühl der Bedrohung bereits stärker als in Deutschland. Darum sind dort die Diskussionen schärfer, die Einwanderungsgesetze strenger und rechtsnationale Strömungen haben stärker an Boden gewonnen. [Rechtsnationalismus kann nicht durch Schleifen lassen und schärferen Gesetzen und Diskussionen populärer werden. Entscheiden Sie sich Herr Sarrazin.]

Letzlich hat die Arbeitsmigration der sechziger Jahre eine neue europäische Völkerwanderung in Gang gesetzt, an deren Folgen wir laborieren. Heute wissen wir, dass Fabriken und Dienstleistungen wandern müssen, nicht die Menschen. [So ein Blödsinn, Deutschland braucht mehr Arbeitnehmer in vielen verschiedenen Sektoren. Gerade Dienstleistungen können ja gar nicht (immer oder nur selten) aus dem Ausland kommen (siehe: Haarschneiden, Kellnern, Bauarbeiten....)] Das abendländische Europa würde, alternd und schrumpfend, wie es ist, in seiner kulturellen Substanz auch gar nicht überleben. [Ohne Immigration. Genau. Also müssen wir Immigration begünstigen. Merkt der eigentlich wie er sich widerspricht?] Die geographische und kulturelle Grenze Europas ist dabei ganz klar am Bosporus zu ziehen und nicht, wie in verschiedenen Statistiken, an der türkischen Grenze zu Irak und zu Iran. [Warum? Thesen hinzuwerfen ohne sie zu begründen ist irgendwie so nutzlos.]

Heute leben rund drei Millionen Menschen türkischer Herkunft in Deutschland. Ihr Anteil an den Geburten ist doppelt so hoch wie der Bevölkerungsanteil und nimmt weiter zu. Aus heutiger Sicht war die Gastarbeitereinwanderung in den sechziger und siebziger Jahren ein gigantischer Irrtum: [Sie steigerten das Wirtschaftswachstum, senkten die Löhne und machten Deutschland dadurch zu der Exportnation das es heute immer noch ist und auf das Land auch noch stolz ist. Was für ein gigantischer Irrtum.] Großenteils wurden die Arbeiter in Industrien eingesetzt, die sterbende Industrien waren. Dies verlangsamte den unvermeidlichen Struturwandel [da hat er wahrscheinlich sogar recht, aber andererseits kann das Ganze ja auch nicht so furchtbar gelaufen zu sein, wenn wir uns die Situation in Deutschland heute angucken. Gesamtwirtschaftlich gesehen ist Immigration übrigens immer positiv zu betrachten. Das sollte mal gesagt werden.] und verstellte den Blick auf das Beunruhigende des Geburtenrückgangs in Deutschland. Dessen Folgen werden durch den Zuzug von Migranten nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Gleicht sich nämlich die Geburtenrate der Migranten mit der Zeit der niedrigen deutschen Geburtenrate an, so ändert sich nichts an dem grundsätzlichen Problem, dass die Generation der Enkel immer nur halb so groß ist wie die Generation der Großeltern, denn das ist der Fall bei einer Fertilitätsrate (Fertilitätsrate: Anzahl der Geborenen je Familie) von 1,4 [1]. Das bedeutet, dass die Bevölkerung in drei bis 4 Generationen um dreiviertel schrumpft und stets die Hälfte der Einwohner älter als 50 Jahre ist. Das soziale und wirtschaftliche Leben muss unter solchen Bedingungen ganz anders organisiert werden. Bleibt die Geburtenrate der Migranten dagegen dauerhaft höher, als die der autochthonen (einheimischen, deutschen) Bevölkerung, so werden Staat und Gesellschaft im Laufe weniger Generationen von den Migranten übernommen. [Ich hab schon jetzt richtig Angst. Und als ob das ein spezifisch deutsches Problem wäre. Die Japaner sind noch schlechter dran und soweit ich mich erinnere gibt es einfach eine Korrelation zwischen BIP pro Kopf und der Zahl der Kinder per Frau. Ausnahmen (Frankreich) bestätigen da wohl nur die Regel.]

[1] Die Fertilitätsrate in Deutschland beträgt 1,4. Dies heißt, jede Familie bekommt im Durschschnitt 1,4 Kinder. Um eine Kultur aufrecht zu erhalten muss jede Familie im Durchschnitt allerdings 2,1 Kinder bekommen, sonst stirbt die Kultur langsam aus. [Wie soll denn eine Kultur aussterben? Wann lebt denn eine Kultur? Was ist denn die deutsche Kultur die wir hier verteidigen wollen? DSDS? Goethe und Schiller? Wer von diesen beiden Exponenten von Kultur ist wohl bekannter und populärer?]

Im Mai 2004 war in der türkischen Zeitung „Hürriyet“ zu lesen, dass der deutsch-türkische Unternehmer Vural Öger (Öger-Tours) bei einem Essen mit türkischen Unternehmern geäußert habe: „Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei 20 Millionen liegen.“ Laut „Hürriyet“ fügte er hinzu: „Das was Kanuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hatte, werden wir über die Einwohner mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen.“ Später erklärte der Unternehmer, dass sei ein Witz gewesen. Er habe die deutschen Frauen nur dazu aufrufen wollen, mehr Kinder zu bekommen. Zudem habe er nicht von Türken, sondern von Menschen ausländischer Herkunft gesprochen. (Ist Kanuni Sultan Süleyman als Osmane etwa kein Türke?)

Witz oder nicht: Bleibt die Fertilitätsrate der deutschen autochthonen Bevölkerung dort, wo sie seit 40 Jahren liegt, dann wird im Verlauf der nächsten drei bis vier Generationen, die Zahl der Deutschen auf 20 Millionen sinken. Im Übrigen ist es absolut realistisch, dass die muslimische Bevökerung durch eine Kombination von hoher Geburtenrate und fortgesetzter Einwanderung bis 2100 auf 35 Millionen wachsen kann. [Fortgesetzter Einwanderung? Die ist ja kaum noch vorhanden seit einigen Jahren.]

Belastbare empirisch-statistische Analysen, ob die Gastarbeiter und ihre Familien in Deutschland überhaupt einen Beitrag zum Wohlstand erbracht haben oder erbringen werden, gibt es nicht. [So ein Blödsinn. Lies mal egal welche Studie zum volkswirtschaftlichen Effekt von Immigration.] Für Italien, Spanien und Portugal wird man diese Frage wohl bejahen können, weil ihr Familiennachzug geringer war und die meisten wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt sind. Für Türken und Marokkaner wird man sie sicher verneinen können. Zu groß ist das Missverhältnis zwischen der Zahl der ursprünglichen Gastarbeiter und dem dadurch ausgelösten Nachzug großer Familienverbände. [WTF? Warum wäre denn der wirtschaftliche Beitrag zum Wohlstand von großen Familienverbänden geringer? Weil die alle Hartz-IV bekommen? Ernsthaft? Das ist doch kein Argument und keine relevante statistische Größe. Ich habe keine Ahnung von den Zahlen hier, aber ich sage mal einfach so (wie Sarrazin dies ja auch die ganze Zeit tut), daß der Anteil der arbeitenden, Steuer zahlenden türkischen und marokkanischen Einwanderen und ihrer Kinder den der Sozialhilfe beziehenden übersteigt. Ergo, gesamtwirtschaftlich ein positiver Beitrag.]

In jedem Land Europas kosten die muslimischen Migranten aufgrund ihrer niedrigen Erwerbsbeteiligung und hohen Inanspruchnahme von Sozialleistungen die Staatskasse mehr, als sie an wirtschaftlichem Mehrwert einbringen. [Stimmt einfach nicht. Bzw ] Kulturell und zivilisatorisch bedeuten die Gesellschaftsbilder und Wertvorstellungen, die sie vertreten, einen Rückschritt. Demographisch (die Bevökerungsentwicklung betreffend) stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht [oder auch christliche Vorherrschaft, gibs doch wenigstens zu] im alternden Europa dar.

Für die muslimischen Migranten in Deutschland lässt sich eine unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung feststellen. Nur 33,9 Prozent von ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbsarbeit. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sind es 43 Prozent. Der Unterschied wäre noch dramatischer, wenn die Daten erlauben würden, eine Altersbereinigung vorzunehmen. Unter der deutschen Bevölkerung ist nämlich der Anteil der Menschen im Rentenalter viel höher. [OK, endlich mal ein paar Zahlen und ein versuchter Beweis. Die muslimischen Immigranten arbeiten also zu 10% weniger als die schon länger ansässigen Deutschen. Sagen wir 15% um die demographischen Unterschiede auszugleichen. Ist das ein relevanter Unterschied? Klar. Es wäre natürlich jetzt interessant zu gucken, ob diese Prozentsätze immer noch akkurat sind, ich bezweifele es, aber egal. Viel wichtiger ist die Frage, ob muslimische Migranten auf dem Säckel des deutschen Staates obruhen oder positiv zur Volkswirtschaft beitragen. Hier muß man leider sagen, daß Herr Sarrazin natürlich nicht recht hat, denn wie er selber zu gibt ist die Ratio von ihren eigenen Lebensunterhalt bestreitenden muslimischen Einwanderern zu den Anderen ja immer noch 2:1 (33%: ~15%). Noch ein Nebenaspekt, es gibt sicherlich mehr deutschstämmige Rentner als türkischstämmige, aber dafür gibt es ja mehr Kinder in dieser Gruppe insofern gleicht sich dieser demographische Aspekt ja wieder aus.]

Relativ zur Erwerbsbevölkerung leben bei den muslimischen Migranten viermal so viel Menschen von Arbeitslosengeld und Hartz IV, wie bei der deutschen Bevölkerung. Ganz anders stellt sich die Lage der Migranten aus den EU-Staaten dar (Menschen, die aus europäischen Ländern nach Deutschland eingewandert sind.). Deren Erwerbsquote ist mit 44,2 sogar noch etwas höher als die der einheimischen Deutschen. Es ist also nicht der Migrationsstatus als solcher, der die ökonomischen Integrationsprobleme verursacht.

Besorgniserregend ist, dass die Probleme der muslimischen Migranten, auch bei der zweiten und dritten Generation auftreten, sich also quasi vererben, wie der Vergleich der Bildungsabschlüsse der 26- bis 35-Jährigen zeigt. [Da müßte man dann wohl das deutsche Schulsystem reformieren und dafür sorgen, daß das Einkommen bzw das Bildungsniveau der Eltern nicht das der Kinder bestimmt. Das gilt ja schließlich nicht nur für muslimische Migranten.] In dieser Altersgruppe haben deutsche Spätaussiedler [2] ein Qualifikationsprofil, das dem der Deutschen ohne Migrationshintergrund nahezu entspricht. 12 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund und 14 Prozent der Spätaussiedler haben keinen beruflichen Abschluß, 20 Prozent bzw. 17 Prozent haben einen Hochschulabschluss. Dagegen haben türkische Staatsangehörige in dieser Altersgruppe zu 54 Prozent keinen Abschluß und nur 2 Prozent einen Hochschulabschluß. Auch bei den gleichaltrigen Deutschen türkischer Herkunft (2. bzw. 3. Generation der türkischen Einwanderer, die mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen) ist die Situation schlecht. 33 Prozent haben keinen Berufsabschluss und nur 10 Prozent einen Hochschulabschluss. Damit liegen sie noch hinter den sonstigen Ausländern.

[2] Spätaussiedler sind deutsche Staatsangehörige aus Polen, Sowjetunion, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien oder Nachfolgestaaten, insgesamt 4.481.882 Menschen. (Quelle: Spätaussiedler)

Die mit einer niedrigen Qualifikation verbundenen niedrigen Chanchen auf eine gutbezahlte Arbeit lösen einen Sekundäreffekt im Sozialsystem aus: Eine „Karriere“ als Empfänger von Transferleistungen (Sozialhilfe, Hartz IV, usw.) wird um so attraktiver, je geringer die Chanchen am Arbeitsmarkt sind. Die bei den muslimischen Migranten vorherrschenden Großfamilien profitieren davon, dass der Umfang der Sozialleistungen, anders als das Arbeitsentgeld mit der Kopfzahl der Haushaltsmitglieder steigt.

Diskriminierung scheidet als Grund für die mangelhaften Erfolge der Migranten im Bildungs- und Beschäftigungssystem aus, denn andere Migrantengruppen, aus Fernost oder Indien kommend, die eher noch fremdartiger aussehen als Türken und Araber, schneiden teilweise sogar noch besser ab, als die Deutschen [ohne aber aufgrund ihrer geringen Anzahl ein besonderes Mißtrauen aufseiten der deutschstämmigen Bevölkerung zu erregen]. Der relative Misserfolg (der Türken und Araber) kann wohl auch kaum auf angeborene Fähigkeiten und Begabungen zurückgeführt werden, denn er betrifft muslimische Migranten unterschiedlicher Herkunft gleichermaßen. [Und was ist mit den ganzen unglaublich erfolgreichen Iranern? Bzw den wirtschaftlich erfolgreich integrierten Pakistanis in den USA?] Rätsel gibt auch auf, warum die Unterschiede (bei den Bildungsabschlüssen) in der zweiten und dritten Generation, soweit sie überhaupt auftreten, bei muslimischen Migranten deutlich geringer sind, als bei anderen Gruppen mit Migrationshintergrund.

Der relative Misserfolg der ökonomischen und kulturellen Integration der muslimischen Migranten, der in ganz Europa zu beobachten ist, wird gern mit „Unterschichtung“ erklärt, weil eben vorwiegend die rückständige Landbevölkerung emigriere (auswandere), nicht aber die kultivierten Städter. Dagegen wird die Hypothese, die muslimische Kultur als solche könne die Integration behindern, von den Vertretern der Unterschichtenthese als „kulturalistisch“ abgetan. Es war aber zu allen Zeiten für gewöhnlich so, dass sich nicht die Gebildeten und Bessergestellten auf den Weg machten, sondern eher die unteren Schichten, zudem eher die Landbewohner als die Städter. Immer aber waren die, die emigrierten, eine Auslese von besonders Aktiven.

Die Probleme der muslimischen Integration auf den Kulturunterschied zwischen Stadt und Land zurückzuführen ist eine Verharmlosungsstrategie. Es gibt hier auch keine unterschiedlichen Integrationsmuster, sondern einheitliche Muster der islamischen Immigration in ganz Europa. (Wie gesagt die Iraner. Eine Theorie ist solange wahr bis sie falsifiziert wird, das hätten wir also schon mal getan.)

Richtig ist jedenfalls, dass den muslimischen Einwanderern eine besondere Mischung aus islamischer Religiosität und traditionellen Lebensformen anhaftet. Diese Mischung erschwert die ökonomische und kulturelle Integration und sorgt über die damit verbundene mangelhafte Emanzipation der Frauen für den besonderen Kinderreichtum der muslimischen Migranten, der durch die Segnungen des Sozialstaats noch gefördert wird.

Eine Parallele zur deutschen Unterschicht ergibt sich zwar in den Punkten mangelhafte Bildung und unzureichende Arbeitsmarktorientierung. Diese sind aber bei der deutschen Unterschicht das Ergebnis einer negativen Auslese. Niemand würde behaupten wollen, dass die muslimischen Migranten eine negative Auslese aus ihren Herkunftsländern darstellen und damit können deren besondere Probleme auch nicht mit „Unterschichtung“ erklärt werden.

Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern (zunächst muss erst einmal die innerfamiliäre Gewalt beendet werden) und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es. Wer diese Forderung als Zwang zur Assimilation (anpassen, eingliedern, einfügen) kritisiert, hat in der Tat Integrationsprobleme.

Assimilation und Integration werden gern gegeneinander ausgespielt. Eigentlich ist es ein Scheingegensatz und ein Streit um Worte, denn wer integriert ist, ist auch immer ein Stück weit assimiliert und assimiliert kann man sowieso nicht sein, ohne integriert zu sein. Offenbar hat die Sache aber eine Bedeutung, und darum wollen wir uns ihr widmen.

Studieren wir also die Rede, die der türkische Ministerpräsident Recep Tayyib Erdogan am 10. Februar 2008 in Köln unter frenetischem Jubel vor 20.000 Zuhörern mit türkischem Migrationshintergrund gehalten hat.

Erdogan beginnt: „Die türkische Gemeinschaft und der türkische Mensch, wohin sie auch immer gehen mögen, bringen nur Liebe, Freundschaft, Ruhe und Geborgenheit mit sich. Hass und Feindschaft können niemals unsere Sache sein.“ Das heißt im Umkehrschluß: Hass und Feindschaft sind immer nur die Sache der Anderen. [Was für ein intellektuell schwachsinniger Sprung. Warum soll, daß den der Umkehrschluß sein? Haß und Feindschaft können von den Anderen kommen, aber Erdogan sagt ja nicht, daß das der Fall sein muß.] Könnte man sich vorstellen, dass ein westlicher Staatsmann derartiges zu seinen Landsleuten im Ausland sagt? Nein, er würde fürchten, sich lächerlich zu machen. Es würde ihm auch niemand glauben. Das ist, bestenfalls, eine Rhetorik, die noch dem Nationalismus des späten 19. Jahrhunderts verhaftet ist [*hüstel, hüstel* Das dritte Reich hielt bis 1945 oder hatte ich da was falsch verstanden?] oder einer uns fremden Kultur entstammt. Eigentlich aber ist es die Sprache des Chauvinismus (Patriotismus, Nationalismus). Erdogan fährt fort: „Ich verstehe die Sensibilität, die sie gegenüber Assimilation zeigen, sehr gut. Niemand kann von ihnen erwarten, dass sie sich einer Assimilation unterwerfen, denn Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Erdogan lobte die Türken in Deutschland dafür, dass sie Türken geblieben sind. Er forderte sie auf, dies auch weiterhin zu bleiben und sich nicht an die Gastgesellschaft anzupassen. Darüber hinaus erhebt er klar erkennbar den Anspruch, als türkischer Staatsmann für alle türkischen Migranten in Deutschland zu sprechen. Erdogan strebt also die dauerhafte Konservierung einer türkischen Minderheit in Deutschland an, die sich primär am Herkunftsland ausrichten soll. Auch das ist chauvinistisch. [Erinnert mich ein wenig an die Volksdeutschen, die sind sogar laut GG Deutsche, daß sind türkischstämmige Deutsche nicht automatisch.]

Wenn wir annehmen, und wir müssen dies wohl tun [Warum? Weil er von 30% der türkischen Bevölkerung unterstützt wird? Und selbst wenn er das Spiegelbild wäre, heißt das ja noch lange nicht, daß er es auch für die deutschen Türken wäre], dass Erdogans Rede ein Spiegel der türkischen Seele ist, dann dürfen wir uns über die mangelhaften Integrationserfolge der türkischen Migranten nicht wundern. Türken in Deutschland, die Erdogans Wunsch folgen, Türken zu bleiben, und sich noch dazu überdurchschnittlich vermehren, würden mit der Zeit die kulturelle Identität Deutschlands gefährden, weil sie die Gesetzmäßigkeit einer wirklichen Integration außer Kraft setzen: „Übersiedeln innerhalb Europas Personen einer bestimmten Volkszugehörigkeit in das Gebiet einer anderen, dann wechseln sie mit der Sprache allmählich auch ihre kulturelle Identität, und spätestens ihre Kinder werden zu voll integrierten Mitgliedern der Soldargemeinschaft des Landes ihrer Wahl. So wurden aus Franzosen, Italienern und Polen Deutsche und umgekehrt,“ stellt der österreichische Verhaltensforscher Irenäus Eibl- Eibesfeldt fest.

In der Türkei gibt es keine Grundsicherung oder Sozialhilfe wie in Deutschland, in anderen muslimischen Ländern auch nicht. Wer es irgendwie nach Deutschland oder in ein anderes westeuropäisches Land schafft und dort einen legalen Status erreicht, der sichert sich allein durch die Sozialtransfers, ohne Arbeit ein Einkommen, das weit über dem liegt, was er im Herkunftsland mit Arbeit erwerben könnte. [Je nachdem wo man herkommt stimmt das natürlich einfach nicht, vor allem ja auch weil die Kosten in Westeuropa höher liegen und ein besseres Einkommen per se keine reichere Person macht.] Das gilt noch mehr wenn man Familie hat.

In den klassischen Einwanderungsländern USA, Kanada und Australien gibt es so etwas nicht. Erst nach mehreren Jahren Aufenthalt hat man in den USA Anspruch auf Sozialhilfe, die aber im Vergleich zur deutschen Grundsicherung äußerst dürftig ist und zudem auf fünf Jahre begrenzt. Wer in die USA einwandert muss Zutrauen in die eigenen Kräfte haben. Wer in Deutschland einwandert, ist versorgt, unabhängig von der eigenen Kraft und Leistungsbereitschaft.

Man sollte annehmen, dass die Einwanderer in Deutschland zufrieden und jene in den USA unzufrieden sind. Aber es ist genau umgekehrt: Einwanderer in den USA wurden gefragt, wie lange es gedauert hat, bis sie sich „komfortabel“ und als „Teil der Gemeinschaft“ gefühlt hätten. 77 Prozent meinten, es habe weniger als fünf Jahre gedauert. Nur fünf Prozent sagten, dass sie sich nie heimisch gefühlt hätten. ImGegensatz dazu äußern 58 Prozent der Menschen türkischer Abstammung in Deutschland, dass sie sich nicht willkommen fühlen, und 78 Prozent sagen, sie hätten nicht das Gefühl, dass Angela Merkel ihre Kanzlerin sei.

Wenn man es aus eigener Kraft schafft, sich in die Gesellschaft zu integrieren, auf welche Niveau auch immer, dann empfindet man Stolz auf die eigene Leistung und Dankbarkeit gegenüber der Gesellschaft, die einem eine Chanche gegeben hat. Wer dagegen etwas geschenkt bekommt, ist höchtens oberflächlich und zumeist gar nicht dankbar. Der Beschenkte fühlt sich nicht respektiert und nicht ausreichend ernst genommen. Um sein Ego zu stützen, entwickelt er eine Abneigung gegen den Wohltäter. Das sind elementare psychologische Mechanismen, denen man sich kaum entziehen kann.

Besonders eklatant wirken die Fehlanreize des deutschen Sozialstaats bei Familien mit Migrationshintergrund. Diese sind überdurchschnittlich unter den Empfängern von Grundsicherung vertreten. Während die Bedarfsgemeinschaft ohne Migrationshintergrund durchschmittlich 1,8 Personen umfasst, sind es bei den Haushalten mit Migrationshintergrund 2,8. Die migrantischen Haushalte, die Grundsicherung beziehen, sind mit ihrem Lebensstandart deutlich zufriedener, als jene ohne Migrationshintergrund, und sie leisten sich auch mehr. Das ist verständlich. Durch die Größe der Familien kommen sie häufig auf Transferleistungen von 3.000 Euro [danke für den Extremfall als Beispiel Herr Sarrazin] und mehr im Monat, weit mehr als das, was man angesichts niedriger Bildung und mangelhaften Sprachkenntnissen am Arbeitsmarkt erzielen, und weitaus mehr, als man jemals im Herkunftsland verdienen könnte. Wenn dann noch etwas Schwarzarbeit dazukommt, um so besser. [Also faul und illegal arbeiten. Ist ja noch schöner sowas.]

In den USA bekämen diese Migranten keinen müden Cent. Deshalb [soll das eine kausale Korrelation sein?] sind sie auch nicht dort, sondern in Deutschland. Die indischen Informatiker dagegen gehen lieber in die USA (weil sie dort nicht so viele Steuern und Sozialabgaben haben). Aufgrund der üppigen Sozialzahlungen des deutschen Sozialstaats ziehen wir eine negative Auslese von Zuwanderern an. Das Transfersystem setzt auf deren Fruchtbarkeit hohe Prämien aus und zieht somit die migrantischen Unterschichten von morgen heran. Die gute Versorgung bewirkt überdies, dass jeder Integrationsdruck fehlt.

Bei den vielen Antworten auf die Frage, wie man die Integration der muslimischen Migranten verbessern, ihre niedrige Erwerbsbeteiligung erhöhen und ihre Abhängigkeit von Sozialtransfers verringern kann, steht stets der Dreiklang von Sprache, frühkindliche Erziehung und Bildung im Vordergrund. Das ist richtig und bleibt auch richtig. Offen bleibt aber die Frage, weshalb sich Migranten aus muslimischen Herkunftsländern bei der Integration so viel schwerer tun als andere Migrantengruppen. Was immer man dagegen unternimmt, Vorraussetzung muss sein, dass das sozialpsychologische Klima der aufnehmenden Gesellschaft eine klare Erwartungshaltung vermittelt. Solch eine Erwartung ist gleichzeitig die beste „Willkommenskuktur“, um eine beliebte Forderung muslimischer Verbandsvertreter aufzugreifen. Daran hat es in den letzten Jahrzehnten gehapert. Der Tenor (Hintersinn) muss sein:

Wer da ist und einen legalen Aufenthaltsstatus hat, ist willkommen. Aber wir erwarten von euch dass ihr die Sprache lernt, dass ihr euren Lebensunterhalt mit (eigener Hände) Arbeit verdient, dass ihr Bildungsehrgeiz für eure Kinder habt, dass ihr euch an die Sitten und Gebräuche Deutschlands anpasst und dass ihr mit der Zeit Deutsche werdet, wenn nicht ihr, dann spätestens eure Kinder. Wenn ihr muslimischen Glaubens seid, ok. Damit habt ihr aber dieselben Rechte und Pflichten wie heidnische, evangelische oder katholische Deutsche. Aber wir wollen keine nationalen Minderheiten. Wer Türke oder Araber bleiben will und dies auch für seine Kinder möchte, der ist in seinem Herkunftsland besser aufgehoben. Und wer vor allem, an den Segnungen des Sozialstaates interessiert ist, der ist bei uns schon gar nicht willkommen.

Die muslimischen Verbandsvertreter verstehen unter „Willkommenskultur“ natürlich etwas anderes. Sie möchten, dass wir die muslimischen Migranten wegen der schweren Lasten, die das Leben in Deutschland mit sich bringt, bedauern, und dass wir uns schuldig fühlen, weil es uns so viel besser geht. Wir möchten das nicht. Wir wünschen uns für Deutschland eine klare Erwartungskultur, in der Integration primär eine Bringschuld von Migranten ist. Die Vertreter der „Willkommenskultur“ fassen Integration dagegen als Holschuld der aufnehmenden Gesellschaft auf: „Wir müssen sie dort abholen, wo sie stehen.“ Das ist Unsinn! Niemand hat die Deutschen, die Italiener, die Polen, die Juden, die in die USA einwanderten, irgendwo „abgeholt“, höchstens die Verwandten am Kai in New York oder am Bahnhof in Chicago.

Bei uns muss sich niemand integrieren. Es reicht, wenn er jemanden findet, der ihm den Antrag auf Grundsicherung ausfüllt und bei der Wohnungssuche behilflich ist. Die Integration, die in klassischen Einwanderungsländern gewissermaßen durch die Teilnahme am Arbeitsleben geschieht, wird für muslimische Immigranten in Deutschland zum Luxus, den man sich leisten kann, aber nicht muss.

An diesem Punkt muss sich etwas ändern. Auch der Weg in den deutschen Sozialstaat darf nicht ohne „Wegezoll“ möglich sein. Die klare Erwartung, dass die Migranten eine Integrationsleistung zu erbringen haben, muss die ganze Gesellschaft durchdringen. Sie muss freundlich, aber fest und absolut eindeutig, auf allen Ebenen der Gesellschaft dort zum Ausdruck kommen, wo Kontakt mit Migranten besteht. Diese Erwartungshaltung müssen die Sachbearbeiter im Sozialamt, die Erzieherin in der Kindertagesstätte und die Lehrkraft in der Schule gleichermaßen nicht nur verbal zum Ausdruck bringen, sondern täglich vorleben.

Hilfangebote müssen sein. Aber sie müssen einen eindeutigen Aufforderungscharakter haben. Und dort, wo sie nicht angenommen werden, wo vielleicht sogar gesetzliche Pflichten verletzt werden, müssen die finanziellen Folgen schnell und eindeutig sein.

Jeder Arbeitsfähige, der Unterstützung erhält, muss sich an gesetzlichen Arbeitstagen zur festgesetzten Uhrzeit dort einfinden, wo er eingeteilt ist. An die Stelle gemeinnütziger Arbeit treten bei Migranten, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, Sprachkurse. Unpünktlichkeit und Nichtteilnahme haben Abzüge beim Arbeitslosengeld II zur Folge, Krankmeldungen werden überprüft. Durch das System wird die Schwarzarbeit der Transferempfänger wirksam verhindert, der Anreiz, sich eine bezahlte Arbeit am regulären Arbeitsmarkt zu besorgen, wird erhöht.

♥ Für Kinder ab dem dritten Lebensjahr besteht Kindergartenpflicht. Der Ganztagskindergarten wird zur Regelleistung. Verkehrssprache im Kindergarten ist Deutsch. Bei unentschuldigtem Fehlen wird die Grundsicherung für das Kind auf den anteiligen Regelsatz für Lebensmittel abgesenkt, abzüglich des Gegenwertes der Mahlzeiten im Kindergarten. Diese Abzüge werden tagesscharf berechnet. Ebenso wird in den Schulen verfahren. Die Ganztagsschule wird zum Regelbetrieb. Die Teilnahme an ergänzender Hausaufgabenbetreuung ist für alle jene Schüler verbindlich, die die Leistungsstandards nicht in befriedigendem Umfang erfüllen. Es gibt keine Befreiung von bestimmten Unterrichtsstunden aus religiösen Gründen. [3] Wie in Frankreich wird das Kopftuch an Schulen untersagt. Den Schulen steht es frei, Schuluniformen einzuführen.

[3] Viele gläubige muslimische Eltern beantragen auf Anraten muslimischer Vereine, muslimischer Koranschulen und Moscheen Befreiung vom Biologieunterricht (wegen der sexuellen Aufklärung), vom Sport- und Schwimmunterricht (vielen muslimischen Kindern wird der Anblick von Kindern in Badebekleidung nicht zugemutet) und von Klassenausflügen (besonders den muslimischen Mädchen wird das ungezwungene Zusammensein mit (nichtmuslimischen) Jungen von ihren muslimischen Eltern aus religiösen Gründen nicht erlaubt)

♥ Die sprachlichen Voraussetzungen für den Erwerb der Staatsbürgerschaft werden verschärft, die Anforderungen des Sprachtests bei Ehegattenzuzug erhöht. Es wird auf die tatsächliche Verständigungsfähigkeit in Alltagssitiationen abgestellt. Zuzug ist nur möglich, wenn der in Deutschland lebende Ehegatte in den vorangegangenen drei Jahren seinen Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme von Grundsicherung bestreiten konnte. Der zuziehende Ehegatte hat für zehn Jahre keinen Anspruch auf Grundsicherung.

♥ Für die weitere Zuwanderung gelten äußerst restriktive Bedingungen, die im Prinzip nur noch Spezialisten am obersten Ende der Qualifikationsskala erfüllen. Wer über die Qualifikationsvorausetzungen verfügt, die in Deutschland unter dem Stichwort „Green Card“ diskutiert werden, kann selbstverständlich auch aus einem muslimischen Land kommen. Für die Aufnahme und Beherbergung von Illegalen, werden empfindliche einkommensabhängige Geldstrafen festgesetzt, die auch zu Abschlägen bei der Grundsicherung führen. Ein fälschungssicherer biometrischer Ausweis hält den Aufenthaltsstatus fest. Für alle, die nicht deutsche Staatsbürger sind, wird eine zentrale bundesweite Datenbank eingerichtet.

Alle diese Maßnahmen sind pragmatisch, maßvoll und vernünftig, aber gleichzeitig höchst umstritten. Das deutsche Sozial- und Aufenthaltsrecht muss entsprechend geändert werden. Dies geht aber nur, wenn politischer Konsens (wenn politische Übereinstimmung) herrscht. In solch grundsätzlichen politischen Fragen ist nichts alberner als der Hinweis, dieses oder jenes sei rechtlich nicht möglich. Was vernünftig ist, ist auch stets möglich. Das Grundgesetz ist schon für weitaus unbedeutendere Fragen geändert worden.

Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die finanziellen und sozialen Kosten der muslimischen Einwanderung weitaus höher waren, als der daraus fließende wirtschaftliche Ertrag. Wenn wir den Zuzug nicht steuern, lassen wir letztlich eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters in eine Richtung zu, die wir gar nicht wünschen. Es würde nur wenige Generationen dauern, bis wir zur Minderheit im eigenen Land geworden sind. Das ist nicht nur ein Problem Deutschlands, sondern aller Volker Europas.

Saturday, August 21, 2010

Les Antimémoires

André Malraux, figure mythique et fascinante du monde intellectuel et littéraire de la première moitie du 20ème siècle. J'avais beaucoup aimé ses deux œuvres L'espoir et La condition humaine, alors j'ai pris ses Antimémoires plus au moins par hasard dans une librairie en Bretagne. Ce livre est peu comparable à ces œuvres classiques et importantes. Malraux raconte sa vie ici, mais, même s'il le fait d'une façon littéraire, il n'arrive pas à le faire un grand œuvre littéraire.

Cela pas parce qu'il saute des évènements de son enfance, à travers la résistance aux voyages ministériels en Asie dans les années soixante. Il en échoue plutôt (ou peut-être l'essaie même pas?) parce qu'il mélange des parties racontée et interprétative ainsi que intéressante avec des extraits d'entretien de lui avec des célébrités (Mao, Nehru, de Gaulle...). Ces conversations ne sont d'abord pas toujours si intéressant qu'on aurait pu penser, en plus le lecteur (voire moi) n'arrive pas à perdre l'impression que Malraux veut se montrer comme personnage qui ait rencontrée tous ces gens. Ce qui est vrai évidemment, mais cela ne suffit pas comme soit d'en faire des histoires intéressantes. Autant plus parce que il semble de perdre ses capacités de clarté intellectuelle en analysant les grands hommes de l'histoire. Sa description de de Gaulle surtout est cella d'un croyant pas d'un esprit critique qu'il expose dans des autres parties ou dans les deux livres cités auparavant.

Je ne veux pas exagérer, j'ai trouvé le livre intéressant quand même et il y avait des parties fascinantes (surtout sur la résistance ou quelques des ses expériences en Asie et Arabie), c'est plutôt qu'il n'arrive pas à faire la compétition avec ses propre chef-d'œuvres que je considérais parmi les plus forts bouquin jamais écrit (restant dans mon Panthéon personnel avec Faulkner, Sartre et peu d'autres auteurs ou bouquins).

Saturday, August 14, 2010

Immigration and Integration the American Way

Maybe the biggest criticism of Europe that people here in Austin tend to stress is related to the Europeans supposed anti-immigration measures, the lack of integration possible in Europe, even worse, their basically racist policies versus immigrants. While this kind of universal and all-encompassing frontal attack - which is really what it is more often than just criticism - obviously and inherently is misleading and faulty, I have to admit that there is some truth to it. The recent proposals by the French government effectively wanting to create a second class of - recently naturalized - citizens, Merkel's reaction to proposals from Brüderle to increase even qualified immigration into Germany only, the Swiss referendum against minarets, Geert Wilder's astounding success in the national Dutch elections, this list could go on yet suffices to paint a bleak picture of European efforts (or rather lack thereof) at integrating its immigration populations.

I don't want to concentrate on European shortcomings here though, but would instead like to make a few observations on the situation in the USA, which, by the same people who criticize Europe, is usually seen as far less gloomy. Yet, recent developments here make far less evident if there is a more positive American attitude towards accepting people of all colors and races. The recent - since struck down in a federal court - Arizona law criminalizing illegal immigration and allowing for - arguably demanding it actually - racial profiling by the police caused quite a furor of course, resistance against an Islamic centre near the World Trade Center site in downtown Manhattan is a similar case which shows America's distrust versus the other - whether Hispanics or Muslims. Yet, the argument still stands that the United States successfully integrated wave after wave of immigration during the 18th and 19th centuries, well into the 20th century actually. The Italians, the Irish, the Germans, East European Jews, they all worked their way up the ladder and became an accepted part of American society.

Aside from the political polemic and a glorification of the American past - ignoring the immigrants' problems and difficulties for one - there are two main issues I have with this overly positive perception of the United States' integrationist capabilities.

One, integration in the United States never was - in any significant manner in any case - a two-way street, but instead a question of recent immigrants assimilating to mainstream - white, Anglo-Saxon - American culture. If you look at the immigration history into the United States you will notice two things. On the one hand the amazing amount of people from various backgrounds that have come to this country over the last 200 years and on the other hand how little the groups that arrived later on (post-Civil War basically) impacted American society in any but the most superficial manner. Obviously, everyone eats pizza now, Bagels have become ubiquitous, as has Tex-Mex, yet the most significant determinant of American society and culture remains a Protestant, puritan, Anglo-Saxon influence which was minuscule as far as sheer numbers are concerned in comparison to today's United States. The Catholic immigration of the Irish, Italians and today Latinos did not change that. Eastern European immigrants' attempts at worker organization and unions were violently put down and socialist ideas never really took hold in the US. Manifest Destiny, the imagery of the frontier, the ragged individual fighting against over-regulation and government interference remain popular and important points of reference even though in all reality, they have neither quantitatively (most immigrants having come far later) nor qualitatively much to do with today's United States. The melting pot is, maybe was even in Crèvecœur's day and age, a myth. Integration into the United States means acceptance of its founding myths, its capitalist system and puritan mindset, it means assimilation not the forging of a new society consisting of the differing attributes the manifold immigrants brought with them. Case in point, the never-ceasing flow of young, educated and hip (I live in Austin after all) Americans who pride themselves on their mixed (or even of exclusively one distinct other nationality) parenthood without speaking the native language of their parents or having anything but a superficial conception and understanding of their - parents' - country of origin. This kind of self-effacing integration never ceases to amaze me.

Two, living - even temporarily - in the United States today, one cannot help but notice the astoundingly developed parallelism of the three main American societies - the, still, dominating white Anglo-Saxon one, the black or Afro-American one, and the Hispanic or Latino society. The supermarket I shop in is almost exclusively Hispanic, the basketball court I frequent on Sundays is run by Afro-Americans, I am (pretty much) the only white guy playing there. They all identify as American of course, even pride themselves on their country and its achievements, but they do not mix. The hipster coffee shop I write this in probably has one black customer a day, I have yet to see a Hispanic in here who wasn't working in the kitchen. It is possible to cross over, but then you become a white Hispanic or a white black guy. You, to some extent, lose adherence to the group people would assume you naturally belong to. This especially because these groups are not just separated physically but, most importantly, culturally. There are black radio stations, Hispanic ones and the white, indie-rock or underground hipster stations. Hispanics of course converse in Spanish or at least bilingually, switching from one language to another, employing English words within a Spanish sentence or vice versa, but the Afro-American society also has its own jargon including references and adopted words and expressions which white Americans or Hispanics will not unequivocally understand.

So what's the point that I am trying to make? Quite honestly, I don't know if I even have one. This is not an attempt at showing that integration capacities in the US are lower than in Europe. Far from it. I'm not even sure I believe that. Rather, I guess I want to show how integration, assimilation and the influx of immigrants into the US are topics far more complicated and far less successful than too many people pretend or believe them to be.

Tuesday, August 03, 2010

Aus dem Ahlener Programm der CDU (1947)

Das ist es also, was die Konservativen meinen, wenn sie immer von der Sozialen Marktwirtschaft schwärmen. Oder etwa nicht?

"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, den geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert."

Saturday, July 31, 2010

Eichmann in Jerusalem

Alleine bei meinen Eltern zu Hause letzten Sonntag entschied ich mich dafür den Abend vorm Fernseher zu verbringen. Da ich sonst keinen Fernseher besitze und dementsprechend selten vor einem solchen sitze, ist dies immer eine Art soziologische Erfahrung für mich. Letzten Sonntag guckte ich also erst einen vergnüglichen Tatort, gefolgt von einer verstörenden RTL-Berichterstattung über das Duisburger Love Parade Unglück, schließlich blieb ich an einem dieser modernen Dokumentarfilme, welche viel mit nachgestellten und neugefilmten jedoch angeblich originalgetreuen Szenen arbeiten, hängen. In diesem Fall ging es um Eichmann und seine Entführung - mangels eines besseren, weniger verurteilenden, Wortes - nach Israel. Die Doku-Soap, ihrer Natur entsprechend, konzentrierte sich natürlich auf die aufregende Jagd nach dieser Personifizierung des Bösen, auf den Beitrag der guten - beides übrigens Juden - Deutschen, Fritz Bauer und Lothar Hermann, sowie den Beitrag von Hermanns Tochter, welche ein Verhältnis mit Eichmanns ältestem Sohn hatte und zur Identifizierung des Vaters entscheidend beitrug.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hatte seit langem Hannah Arendts Eichmann in Jerusalem lesen wollen und als ich zwei Tage später in die USA zurückflog nahm ich es mir aus meines Vaters Bücherregal. Im Flugzeug, auf dem Flughafen in New York, Hotel in Memphis und schließlich am Mittwochabend in einem Café in Austin verschlang ich das Buch. Ich habe lange kein Sachbuch mehr gelesen, welches mich in diesem Maße beanspruchte, so sehr interessierte ja faszinierte.

Die Banalität des Bösen. Eichmann, der mittelmäßig begabte Bürokrat, welcher nicht einmal mehr als fanatisch antisemitisch erscheint, sondern einfach, wie er später auch zu seiner Verteidigung erklärte, durch seinen - blinden? - Gehorsam ins Verderben geführt wird. Eichmann, der zu denken scheint, seine Arbeit hätte daraus bestanden in Kooperation mit seinen Opfern für einen geregelten Ablauf der doch notwendigen, da angeordneten, Deportation zu sorgen.

Arendt stellte sich in Eichmann in Jerusalem in klarer Opposition zu den israelischen Behörden einerseits, zu der Wahrnehmung der ermordeten Juden bzw eher noch der Judenräte als reine Opfer andererseits.
"Während des Verfahrens stellte sich heraus, daß seine Schuld zwar einwandfrei feststand, daß man sich aber von seiner Rolle bei dem Zustande kommen der 'Endlösung' eine phantastisch übertriebene Vorstellung gemacht hatte."

Die israelische Staatsanwaltschaft versuchte letzten Endes zu beweisen, daß Eichmann mehr war als ein ausführender Befehlsempfänger bzw Befehlsweitergeber, Befehlsträger wie die Nazis dies wohl nannten (siehe 279f). Dies konnte ihnen aber schwerlich gelingen, Eichmann war verdammenswürdig genug als das, war er war, aber seine Abwesenheit hätte letztlich einen geringen Unterschied im Ablauf der Shoah zur Folge gehabt.

Das Verstörende am Holocaust war ja eben "die eigentümlich Diffusität [...] unter der sich einzigartige Verbrechen wie die Endlösung vollziehen konnten, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen." Oder, anders ausgedrückt, der Nationalsozialismus als solcher war letzten Endes eine kopflose Bewegung. Hitler war "lediglich eine höchst notwendige Funktion der Bewegung" und die "Diktatur keineswegs von der dämonischen Willenskraft Hitlers geprägt [...], [vielmehr entsprang] die typische Eskalation der Ziele und der Gewaltanwendung aus der inneren Gewalt [...] die Bewegungsstruktur um jeden Preis aufrechtzuerhalten zu müssen."

Desweiteren (ich finde hier das Zitat nicht mehr) sorgte die Konkurrenzhaltung bzw der Wettbewerb der (bzw zwischen den) verschiedenen administrativen Pfeilern des Naziregimes zur grausamen Gründlichkeit der Endlösung, ohne daß einzelne Figuren hierüber notwendigerweise eine entscheidende Kontrolle ausübten. Abschließend war Eichmann auch einfach nichts mehr als ein subalterner Bürokrat, in einem strategisch wichtigen Büro platziert, aber an Relevanz vielen (Himmler, Heydrich und Müller um nur drei zu nennen) nachgeordnet.

Ich maße mir hier nicht an, Arendts Kritik der Judenräte zu bewerten, will diese aber wenigstens kurz kommentieren. Zusammengefasst war Arendt der Meinung, daß der Holocaust in dem Maße in welchem er stattfand nicht möglich gewesen wäre ohne die Kollaboration der Judenräte, welche es den Nazis erlaubten mit einem minimalen Einsatz an Leuten eine maximale Anzahl an Menschen zu ermorden. Sie führt als hierzu einige positive sowie negative Beispiele an, so die Verhandlungen Kasztners mit den Nazis, welche im Prinzip einen geregelten Ablauf der Deportationen aus Ungarn gegen die Rettung einer exklusiven Gruppe von weniger als 2.000 Juden regelten, im Gegensatz zum Widerstand des organisierten Judentums in Dänemark (zugegebenermaßen von der dänischen Regierung sowie der Bevölkerung unterstützt), welche zur Rettung der großen Mehrheit der dänischen Juden führte.

Das zusammenfassende gerade in seiner Allgemeingültigkeit grauenerregende Urteil Arendts dürft wohl in der
"Totalität des moralischen Zusammenbruches [...] den die Nazis in fast allen vor allem auch den höheren Schichten der Gesellschaft in ganz Europa verursacht haben - nicht allein in Deutschland, sondern in fast allen Ländern, nicht allein unter den Verfolgern, sondern auch unter den Verfolgten"

liegen. Arendt beantwortet in dieser Hinsicht auch die Frage nach der französischen Kollaboration (siehe meine Diskussion derselben hier), welche in diesem Sinne keine Ausnahme, sondern die Norm war. Die Ausnahmen waren vielmehr frühe Streiks gegen Deportationen in den Niederlanden sowie die allgemeine Situation in Bulgarien und Dänemark, welche wohl die einzigen positiven nationalen Geschichte im besetzten Europa des Zweiten Weltkrieges aufzuweisen haben.

Als Antwort hierauf gilt es also sich zum "Rebellentum" zu bekennen, "zur ethnisch begründeten Verweigerung des Individuums" (Anton Schmid ist ein von Arendt zitiertes positives Beispiel hier) bzw, für diejenigen, welche diesen Schritt hin zum Widerstand nicht wagen, die "wirkliche innere Emigration", welche ja nur "'Nichtteilnahme' sein [kann], fröstelnd und wie ausgestoßen aus dem eigenen Volk inmitten blindgläubiger, diesen Mann als einen unfehlbaren vergötternden Massen." Die, wie Arendt auch zugab, unmöglich zu beantwortende Frage, welche sich jeder selber stellen muß, ist, ob man die Kraft gehabt hätte, einen dieser beiden Wege zu gehen.

Friday, July 16, 2010

La chanson à Réding

sur l'air de Cadet Rousselle
composée par un inconnu


Le premier jour c'était bien vert (bis)
On eut pour nous beaucoup d'égards (bis)
On nous dit : "Couchez-vous par terre
Vous n'avez rien de mieux à faire"

Refrain: Ah! Ah! Ah quel bonheur
D'être au Gefangenen Lager

Les conditions de notr' séjour (bis)
Furent réglées avec amour (bis)
Dans une baraque bonne pour 60
On va vous y fermer 130

Sur un mirador élégant (bis)
Un Boche surveille par tous les temps (bis)
Comme il est seul, quand il s'entête
Il tire une rafale d'mitraillette

[...]

Dans l'intérêt de notre santé (bis)
On nous a fait d'abord sauter (bis)
Du pain RR, d'la margarine
Ça nous maintient la taille fine

Ajoutez-y un peu de miel (bis)
Cela devient très substantiel (bis)
Et pour varier cette bonne tambouille
Des nouilles au riz, du riz aux nouilles

Le résultat de tout cela (bis)
C'est la nuit qu'on s'en aperçoit (bis)
Un va-et-vient de gens qui passent
C'est parce que tout l'monde à la chiasse...

Radetzkymarsch

Joseph Roths Hiob war einer der wenigen Romane, welchen ich in der Schule las und der nichtsdestotrotz einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ - die anderen? Faust, Kabale und Liebe, vielleicht Thomas Bernhards Alte Meister - insofern war es wohl nur eine Frage der Zeit bis ich wieder etwas von ihm zur Hand nehmen würde. Gerade, da ich dieser Tage deutschsprachiger Exilliteratur verfallen zu sein, war der Radetzkymarsch wohl unabkömmlich. Ich betone deutschsprachig, denn Joseph Roth - auch wenn ich ihn damals im Deutschleistungskurs las - war natürlich Österreicher bzw vielleicht nicht mal mehr das, sondern Bürger und Bewohner des Habsburger Reiches, in Lemberg und Wien studierend, in Brody geboren.

Der Radetzkymarsch also. Der Aufstieg eines jungen Soldaten aus ärmlichen slowenischen Verhältnissen bedingt durch einen reinen Glücksfall, verkrustet bereits mit seinem Sohn, welcher als Baron den Erfolg, aber auch die Starrheit, ja den mangelnden Wandel des Österreichts-Ungarns darstellt - vielleicht durchaus mehr in meinen Augen als in Roths. Sein Enkel letztendlich stirbt im Ersten Weltkrieg sinnlos ohne ein Held zu sein, wenn auch ohne Feigheit und die Barone von Trotta sowie die königliche und kaiserliche Ansammlung von Ländern gehen zu Ende.

Ein nostalgisches, wenn auch kritisches Buch. Roth schafft es nicht, bzw will es wohl auch nicht, sich von seinem Ursprüngen loszulösen, auch wenn er natürlich um das unausweichliche Scheitern seiner Heimat weiß. In einer gewissen - wenn auch sehr entfernten - Weise erinnerte mich das Thema des Romans an Southern gothic literature, ein vollkommen anderer Stil natürlich aber mit ähnlichen inhaltlichen Zügen, sich der Nostalgie einer Vergangenheit gegenüber hingebend, die vielleicht nicht besser war als das, was folgte, und auch nicht grundlos scheiterte, ja versagte, aber deren Dahinscheiden trotzdem bedauert wird. Der Unterschied läge, wie gesagt, in der positiveren Distanz Roths.

"Ein grausamer Wille der Geschichte hat mein altes Vaterland, die österreichisch-ungarische Monarchie, zertrümmert. Ich habe es geliebt, dieses Vaterland, das mir erlaubte, ein Patriot und ein Weltbürger zugleich zu sein, ein Österreicher und ein Deutscher unter allen österreichischen Völkern. Ich habe die Tugenden und die Vorzüge dieses Vaterlands geliebt, und ich liebe heute, da es verstorben und verloren ist, auch noch seine Fehler und Schwächen. Deren hatte es viele. Es hat sie durch seinen Tod gebüßt."


Faszinierend war ich in der nachbereitenden (bzw diesen Blogeintrag vorbereitenden) Lektüre Roths Biographie die abstrakten Parallelen zwischen dem (wohl nicht sehr) 'roten Joseph' und seiner Hauptfamilie (nicht -gestalt). Ein Mann, eine Person (ich will ja hier nicht sexistisch auffallen), seine Möglichkeiten zum Aufstieg in einem Vielvölkerstaat nutzend, als Jude (bzw Slowene), seine Vergangenheit vergessen zu machen und hierdurch in diesem Reich aufzusteigen.

Reich-Ranicki nahm diesen Roman in seinen Kanon der zwanzig besten deutschsprachigen Bücher auf. Dies kann mangels ausreichender Leseerfahrung nicht beurteilen, aber ich kann ihn weiterempfehlen den Radetzkymarsch, keine Frage.

Monday, June 28, 2010

Eine Jugend in Deutschland

Ein spannendes Leben in einer aufregenden Zeit, leider kein herausragendes Buch. So lassen sich Ernst Tollers Erinnerungen Eine Jugend in Deutschland wohl beschreiben. Ich war ein wenig enttäuscht. Toller beschreibt seine Kindheit in einer gut bürgerlichen Familie, als deutscher, relativ wohlhabender Jude in einer deutsch-polnischen Region aufwachsend. Er studiert an einer sogenannten Ausländeruniversität in Grenoble, wird aber 1914, wie - fast - alle anderen auch vom Wind (Orkan?) des Patriotismus erfasst und meldet sich als Freiwilliger an die Front. Seine Erfahrungen dort bewirken einen Wandel und nach seiner Entlassung aus medizinischen Gründen beginnt er sich innerhalb linker Gruppen pazifistisch zu betätigen. Schriftstellerisch und politisch tätig steigt er bis in hohe Ämter der bayerischen Räterepublik auf und wird schließlich zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.

Ein faszinierendes, spannendes Leben, welches er - mit kaum 30 Jahren - beschreibt, leider nimmt seine minutiöse Beschreibung des Versagens der Räterepublik zu viel Platz ein. Außerdem erschien es mir, als ob die literarische Qualität seiner Autobiographie unter seinem politischen Anspruch gelitten hätte oder vielleicht gefiel mir seine allzu analytische ohne jedwede hyperbolische Wendung auch einfach nicht, weil ich sie als zu trocken empfand, vielleicht ist Toller als Autor hauptsächlich von Theaterstücken zu direkt, zu sehr seiner sozialistischen, einfach moralisierenden politischen Ansicht verbunden. Ich weiß es nicht genau. Ich las Eine Jugend in Deutschland zwar gerne und schnell - der erste, seine Kindheit beschreibende Teil war auch spannend - Toller fesselte mich aber nie vollkommen wie andere Autoren es konnten.

Sunday, June 27, 2010

Life in Austin

Another year, another country. No, not really. But at least another US state. Texas. Austin to be precise. I work far too much to have gained a proper perspective on this place and I've also barely spent two weeks here, still a few first impressions are in order.

Texas evokes a certain kind of imagery of course: Conservatism, the death penalty, George W Bush, endless landscapes, cowboys, cattle. All of that undoubtedly is valid to a degree, I won't get into that here, but it also applies very little to the city of Austin. The place (house and area) I live in is in fact dominated by tattooed hippies - in its modern, inflationary meaning - all of whom seemingly play in a band while paying their bills through crappy day jobs. Life is dominated by concerts and cheap Lone Star beers. The atmosphere is great, too many outdoor bars to count, friendly communicative people (they are American after all). That's the personal side of the story.

On the other side you have the supermarket around the corner from my place (Fiesta) which few non-hispanic (not to say Mexican) customers seem to frequent. A harsh racial divide with my arrival in a black, family-run barbecue place surprising far too many people. My colleagues and friends here are white, disparaging comments about especially hispanics common. This is nothing new of course, but I had semi-forgotten it and economic differences perpetuate the racial separation in a manner here which is far less prominent than in most East coast cities. And keep in mind that the people I know and meet are the open-minded ones often boasting astonishing international experiences.

Finally, and this of course is a common theme of mine, aintellecetualism - even antiintellectualism - is a cultural trait far too popular in the US for my taste. Male and female roles are of stereotypical nature it is almost comical which is all the more shocking considering I know how reflected and intelligent people can be when prodded. This is not limited to gender issues evidently. One also sees it in the preponderance of fecal, sexual, racial and other pointless jokes; the obsession with asinine drinking games and in general the need to always do something. Quiet reflection is not popular. The TV has to be turned on, music blaring, a game to be played here, a video to be taken and viewed there. It's all about getting the most out of a short-lived moment of activity and anyone not up to said game, quip, joke, or simply looking to disengage himself from a group movement is not fun or at least weird.

I realize that most of this post is of a rather damning nature. Let me put a bit of a disclaimer on this thus. Austin is a great town, from what I've seen so far, Texas is a very interesting state that I hope to see more of, but, as one of my new friends put it, deconstruction, criticism, is the order of the day - I cannot for the life of it remember which philosopher he attributed this to. Was it Nietzsche? Accordingly - or not, seeing as I had been doing that for a long time and before he ever quoted this to me - I rarely praise and often attack.

Thursday, June 24, 2010

Sartoris

I work too much. No time to actually write much here. I apologize. In related news, I've started writing short sentences. Well, I hope that's something I'll shake again.

I started my time back in the US off with another Faulkner novel I had had lying around for quite a while, Sartoris. It was one of the first he wrote and the very first to introduce the world to Yoknapatawpha County and its main city, Jefferson. Considering it might not come as a surprise then that it is not his strongest novel ever. Absalom, Absalom, The Hamlet, or The Town clearly are in a different league. Yet, if you are not choosing Sartoris as your introduction to one of the greatest writers ever (I'm trying to be objective here, that's why I added 'the one of the' part), it is still a very good book.

In a way it sometimes feels as if Faulkner is testing what he explored in further detail and fashion in his later novels. We are introduced to a Snope (it's not Flem), the Sartoris family and Jefferson life and history in general. Without going into detail I also had the impression that Faulkner tested out some of the descriptive technique which make reading him so fascinating and complicated in this book.

In a few words only, Colonel Sartoris is a legendary founding figure of Jefferson. Faulkner portrays his sister, son and great-grandson, who in Southern - or should I say Faulknerian - fashion fail to live up to their ancestor's celebrated past. The way the South never managed to live up to its billing after reconstruction. How does one reconcile a self-perceived history with a miserable and poor present?

What was fascinating to me, was how Faulkner's portrayal of his - secondary - black characters differed from those who appear in his later novels. He does of course have strong black character, Lucas Beauchamp et al, which is something Sartoris is not blessed with, but instead one black character coming back from the war here actually puts into question blacks' subordinate role in the South in a (semi-)provocative manner. It seemed a bit different.

What does that leave us with then? Clearly that I need to read through the rest of Faulkner's novels and then pick up again those which I read a long time ago. He's worth it!

Saturday, June 05, 2010

Nedjma

Comme Allah n'est pas obligé Nedjma est un autre exemple de la littérature francophone sans être française. Son auteur Kateb Yacine grandit dans l'Algérie français des années 1940, participa aux manifestations contre la colonisation française du 8 mai 1945 et fut arrêté et emprisonné après. Comme beaucoup d'auteurs de qualité (ce qui est mon impression peu scientifique ni experte en tout cas) les événements dans Nedjma ont été inspirée par sa propre vie. Quatre jeunes hommes tombent amoureux d'une femme mariée (Nedjma) qui appartient à leur cercle d'ami ou même leur propre famille (ce qu'il paraît Yacine ait vécu aussi.) L'histoire prend place dans une Algérie dominée par une naissante mouvement d'indépendance, par la répression française et le racisme quotidien des européens envers les algériens.

Le livre comme soit est impossible de récapituler ici et dans peu de mots. La narration saute d'une perspective à l'autre, d'une personnage principale à l'autre, d'une période historique à l'autre. Il est difficile de suivre le fil de l'histoire parfois, même de simplement comprendre ce qui se passe dans certaines scènes (ce que j'admets volontairement d'être possiblement due à ma manquante connaissance du français aussi). Mais Nedjma est un chef-d'œuvre qui d'une façon presque magique fait naître l'ambiance d'un pays en occupation (ironiquement au moment exact que la France soit libérée), d'un peuple (autant que je n'aime pas ce mot et ai du mal à croire à la validité du concept soi-même) discriminé et opprimé par cet occupant.

Cette littérature est fascinante déjà pour l'ambivalence linguistique de quelqu'un opprimé par la France mais qui écrit en français. Yacine arrêta d'écrire en français plus tard mais vécut en France ainsi qu'en Allemagne (s'entretenant longtemps avec Brecht selon Wikipedia). Elle , cette littérature francophone sans être française) est intéressante à cause de la constellation spécifique politique de l'Algérie, sa situation pre-post-coloniale. Mais Nedjma est plus que ça, elle est simplement un livre très intelligent et fort qui n'a pas besoin d'être présenté comme un œuvre minoritaire qui soit méritoire à cause de cela seulement. Ceci est vrai aussi, mais le bouquin vaut le coup comme soit sans ces aspects accessoires.

Friday, May 14, 2010

Der Mann im Strom

Immer noch im Bestreben meine mangelnden Kenntnisse deutscher Literatur aufzumöbeln, bin ich dabei Klassiker aus der Bibliothek meines verstorbenen Großvaters gerettet abzuarbeiten. Heute: Siegfried Lenz Der Mann im Strom. Zeitlich durchaus mit Bölls Brot der frühen Jahre vergleichbar kritisiert auch Lenz die neue, schöne bundesrepublikanische Werbe- und Konsumgesellschaft. Seine Kritik wir aber klar gegenüber der tragischen Geschichte seines Helden zurückgestellt.

Dieser, der Held und Taucher Hinrichs, ist ein älterer Mann, zu alt um in seinem angestammten, schwierigen Beruf noch Arbeit zu finden, welcher an der neuen ihn umgebenden Welt nicht teilnehmen will, aber noch viel mehr ihren korrumpierenden Einfluss auf die Jugend beklagt, welchen es allen "heute nicht schnell genug [geht], sie wollen nicht lernen, sondern gleich etwas sein und eine menge Geld verdienen." Nein, eigentlich ist es gar nicht klar, ob Hinrichs die Gesellschaft wegen dieses Mißstandes anschuldigt oder ob er ihn nicht vielmehr der Jugend als solcher ankreidet. "[Sie glauben] wer weiß was wert zu sein. Aber wieviel man wert ist, das kann man nicht selbst bestimmen, auch nicht, wenn man ein Motorrad fährt oder ein Radio mit sich herumschleppt oder diese feinen, wattierten Jacketts trägt. Was einer wert ist, das zeigt sich bei anderer Gegebenheit."

Hinrichs, alleinerziehender Vater, ohne daß man weiß, wo seine Frau wäre, einer schwangeren und alleingelassenen Tocher, ist also der tragische, sympathieheischende (und -erhaltende) Held dieser Geschichte, ein konservativer Held ("Die von den Ämtern und der Polizei und der Kirche reißen sich eher ein Bein aus, als daß sie etwas auf diese Burschen kommen lassen. Die glauben immer noch, daß sie mit berufsmäßiger Güte heilen können"), welches Bild noch durch die wiederholte Beschreibung eines Bismarckdenkmales verstärkt wird. Trotzdem ist Hinrichs natürlich ein guter Mann und in seiner Hilflosigkeit und Güte ein Symbol von Größe. Er wird sicherlich nie messbaren Erfolg erringen, aber er wird mit sich selber zufrieden sein können.

Der Mann im Strom ist ein wirklich schönes, nostalgisches Buch. Die einzige Frage, die sich dem heutigen Leser stellt ist nach der Motivation des Autors. Lenz, als Autor der Deutschstunde dürfte kaum der Verherrlichung des Nazismus bezichtigt werden, aber es fällt doch auf in diesem Roman, wie der Hauptdarsteller (und andere Männer seines Alters) die Jugend sowie die moderne Welt von einer moralischen Warte aus kritisieren. Sind dies die nicht die gleichen Männer, die ihre Jugend einem faschistischen, verbrecherischen Regime schenkten? Warum werden bei aller Nostalgie zwar die Kriegsschäden erwähnt, wird Bismarck genannt und auf die direkte Nachkriegszeit eingegangen, ohne daß der Krieg als solcher thematisiert wird? Das Buch als solches ist kaum zu kritisieren, weder in seinen moralischen Positionen (die oben zitierte Erziehungstheorie wohl ausgenommen) noch in seiner Kritik der Konsum- und Arbeitsgesellschaft, aber es erscheint perfide all dies zu tun, ohne die Verbrechen eben jener Generation von Männern anzusprechen, welche sich nun über die Jugend echauffieren.

Thursday, May 13, 2010

Misconceptions about North Rhine-Westphalia

Outside of Germany the important conservative voter loss in North Rhine Westphalia is most often ascribed to the German populace's distaste over the aid to Greece (see The New York Times, Le Monde, or even academics such as Stephen Walt). This kind of assessment can at best be described as simplistic, at worst it is simply wrong, an impression which is easily be confirmed by a quick look at the polls.

According to the Forschungsgruppe Wahlen (the most important German poll institute) 42% of respondents considered employment the most important subject of these elections, while an astonishing 41% were of the opinion that the education system were the most important issue. Finally, the third-most often named problematic was the financial situation of local communes (more than twice removed from the European level) with 17%.

When asked to to estimate the importance of specific topics more than 75% considered education policy to be relevant. Only then followed the Greek crisis with 54% believing it to be an important topic. Lastly, 38% deemed the conservative party's donation affairs to be truly relevant.

The importance of education policy helped the social democrats who were seen as more competent in this matter (34% vs 27% for the conservatives) and allowed them to claim 140,000 voters from the CDU. In general, the elections were decided by those not voting more than anyone else though. The CDU lost 330,000 voters who simply didn't show up and an additional 110,000 voting for parties without any chance of entering the parliament.

To sum up, it is far from certain how important the German loans to Greece were in these elections. Arguably, it is not even certain whether their impact was positive or negative in the first place. After all 58% of respondents are satisfied with Merkel's role in the crisis and only 32% are not content with her. On the other hand, 48% are not convinced by the current measures (before Sunday night) against the crisis with only 40% being supportive. Yet, maybe most importantly, 72% of respondents usually voting for the CDU are content with how Germany has handled the crisis most recently.

While the German populist media has been rallying for months against money being spent on the lying and cheating Greeks, it is far from established how this has impacted elections in North Rhine Westphalia. What can be said with certainty is that it was not the most important issue of these elections and that international media playing it up are offering a misguided analysis.

Reservation Blues

Sherman Alexie's Reservation Blues manages to combine the blues (Robert Johnson is one of the characters!), native americans (most of the action takes place on the Spokane indian reservation where the author was born), basketball and is harshly sarcastic in its portrayal of (American) society. The book might thus be a perfect example of the best ingredients not always leading to an optimal result - or in other words the whole in this case is not better than its parts.

Why that is the case I am a bit at loss to say. Maybe Alexie's characters lack in depth, his deep and philosophical reflections are just a tad too superficial and, especially, predictable in their morals. Maybe I am just not a big fan of this trend in current literature which replaces reflection with references to cultural or historical figures who are supposed to hint at and incarnate greater ideas (General Sheridan and Robert Johnson in this case). While that usually works and is quite suitable for a shorter format (whether an essay or a short story) I feel it leaves much to be desired in the novel form.

Reading up on Alexie I gathered the impression that his first bookThe Lone Ranger and Tonto Fistfight in Heaven, a collection of short stories, was far better received and I can see why. As stated above, his writing seems well-suited to make a few quick-witted points, a few revealing comparisons, but it doesn't convert well into a lengthy book.

Sunday, May 09, 2010

Allah n'est pas obligé

Le Monde avait un nombre des articles sur la littérature post-coloniale il y a peu de temps suivi par le New York Times réclamant que les français déploraient sans raison la disparition du français vu que la langue reste bien vivant et est parlée aujourd'hui par plus des gens hors de France que en métropole. Alors, j'ai ajouté quelques auteurs francophones mais pas français sur ma liste de bouquins mal famé et déjà beaucoup trop longue. Pour une fois j'ai réussi à lire un de ces livres assez vite.

Allah n'est pas obligé d'Ahmadou Kourouma alors. Auteur ivoirien, tirailleur sénégalais en Indochine (sans être du Sénégal?!), il fait ses études à Lyon seulement pour rejoindre son pays natal peu après. Il est emprisonné et vit la plupart de sa vie en exil (Algérie, Cameroun, Togo). Son livre prend la perspective d'un enfant-soldat et raconte d'une façon picaresque ses expériences en Liberia pendant sa guerre civile (ou plutôt son massacre constant des civils) des années 90. Le texte est à la fois fascinant et dégoutant (dans la nonchalance de la violence) au même temps qu'il ne m'a pas convaincu tout à fait littérairement.

Le narrateur et héros parle (parce que c'est une histoire racontée à la Huckleberry Finn) avec l'aide des plusieurs dictionnaires dans un mélange du patois et du français. Cela est un atout a priori mais devient fatiguant quand le lecteur se fait expliqué trop de fois la signifiance de certains expressions africaines (walahé, faforo). Cette tendance de répétition malheureusement a été une constante du livre en général avec certains motifs, images et situations revenant très souvent. Ce qui est sans doute une façon de souligner leur importance, de mieux faire comprendre le lecteurs, mais j'ai trouvé que cela affecte la lisibilité du bouquin.

Finalement, les personnages restent des stock characters (des personnages sans caractère? sans profondeur? je ne sais pas comment traduire ce terme technique en français) ce qui je trouve déplorable et contre même l'idée d'un roman. J'ai la suspicion que Kourouma a écrit le livre avec des idée précises qui sont d'attirer des lecteurs adolescents peu attirés par des livres qui intellectualisent trop et de démontrer la violence et l'inutilité de ces conflits africaines. Malheureusement cela semble avoir un coût littéraire.

Au même temps, je voudrais bien lire un de les plus anciens livres de Kourouma pour voir si cette théorie tient surtout parce que j'avais l'impression que le livre montre plus de potentiels qu'il ne remplit finalement.

Thursday, May 06, 2010

Picking on Jean-François Copé

Jean-François (France's Nancy Pelosi if you want, but on the conservative side) wrote an op-ed for yesterday's NY Times on his majority's project to outlaw the burqa in France. I am, of course, of the opinion that all of this is nothing but mere posturing of a French conservative party hanging in the ropes after the results of the recent regional elections. Yet, apart from this painfully obvious populist position-taking, Copé's argument is quite simply fallacious and easy to pick apart. Indulge me...

The ban would apply to the full-body veil known as the burqa or niqab [only]. This is not an article of clothing — it is a mask, a mask worn at all times, making identification or participation in economic and social life virtually impossible.
Does that mean the French want to outlaw the non-participation in economic and social life? While a case can of course be made (and I would be an adherent) that it is a shame some people refuse to participate in economic and social life, that doesn't mean that one can forbid it. What else do, for example, monks do? Or true hippies (the three that still exist), or any kind of guru? Quite obviously the choice to not truly partake in societal interaction cannot be made punishable by law unless one would want to return to some kind of authoritarian even fascist regime (which I am far from implying Copé is arguing for).

This face covering poses a serious safety problem at a time when security cameras play an important role in the protection of public order. An armed robbery recently committed in the Paris suburbs by criminals dressed in burqas provided an unfortunate confirmation of this fact. As a mayor, I cannot guarantee the protection of the residents for whom I am responsible if masked people are allowed to run about.
The old security argument. The right reclaiming its old fallback electoral argument. Apparently, this burqa-abetted bank robbery really took place providing fodder for an amusing argument if nothing else. Let's see, in a nation of over 60 million inhabitants there has been one single (lets make it two or three, just to be on the safe side) case of the burqa facilitating crime. Let's outlaw it! The world isn't safe anymore! I wonder whether Copé would argue for the banning of clowns' masks if that same robbery had been led by Bozo the Clown.

the increase in women wearing the niqab
I've been living in Paris on and off for mor than two years now and during all that time I saw exactly one woman wearing a niqab, yesterday. And I got so excited that I tried to follow her into the subway in order to spy on how she would interact with people. But don't take only my word for it, according to the Minister of the Interior between 400 and 2,000 women wear a burqa, the police - before this whole discussion really started taking off - estimated the number to be 367. Remember that France has around 62 million inhabitants of which anywhere between 3.7 and 5.5 are muslim. Let me get my calculator....basically, between 0.000005919% and 0.000032258% of French people wear burqas and between 0.000066727% and 0.000540541% of all French Muslims. Quite apparently this is a massive problem. But then Mister Copé is worried about the increase in the niqab's popularity. I have no idea where he gets that perceived increase from though and quite honestly I don't think he does either. The two studies after all don't really contradict each other and in any case do not prove an aggravation of the situation, but rather differing measuring methods.

How can you establish a relationship with a person who, by hiding a smile or a glance — those universal signs of our common humanity — refuses to exist in the eyes of others? [...] the niqab and burqa represent a refusal to exist as a person in the eyes of others. The person who wears one is no longer identifiable; she is a shadow among others, lacking individuality, avoiding responsibility.
He is right of course this is a problem. But again, see above, how can you outlaw antisocial behavior? How can you force people to develop individuality? What does that even mean, individuality? Owning an iPhone or a Blackberry, going to work in a suit, adhering to society's trends is that individuality? Finally, how can the law proscribe responsibility? Outlaw punks (not that France has many of these, but I bet there are at least as many as women wearing burqas) and harmless, homeless, or jobless, drunks? How about rich youngsters, living off their parents' money, shirking responsibility and the search for some kind of a societal relevant life, partying their life away? Does Copé want to punish these people as well?

banning the veil in the street is aimed at no particular religion and stigmatizes no particular community
Yeah....sure...

Greece and the Euro are failing, the crisis and high unemployment are still ever present, the retirement reform is only beginning to get discussed in policy circles. I wish politicians, and the public, would start concentrating on things that really matter for a change...

Saturday, May 01, 2010

Nine Stories

Few will not know J.D. Salinger and his best-selling teenage-angst novel The Catcher in the Ray, his recent death - prompting a massive influx of stories on his reclusive lifestyle, the fact that he simply disappeared as a public figure after having published one of the American novels (Huckleberry Finn, maybe The Great Gatsby, definitely Absalom, Absalom...well, as far as I am concerned anyway) - has assuredly reminded everyone of him. I had, by coincidence, bought his collection of (long) short stories, Nine Stories, a few months before his death and finally got around to reading it some days ago.

I find extremely difficult, if not impossible, to criticize a collection of short stories which are little tied to each other in terms of content even in their date of publication (and maybe when they were written?). Thus, I shall not even try. Let it suffice to say that Nine Stories confirms Salinger's presence as a truly great writer. His stories, devoid of morale, rhyme, or reason on the surface, are full of wonder, posing question after question without offering many answers (which is the not the task of a writer anyway as far as I am concerned), for the attentive reader willing to immerse himself into their tightly-knit web of metaphor and hidden meaning. As selfish as it may be, I hope whoever inherited his papers will go ahead and publish some of what he kept hidden during his lifetime.

Saturday, April 24, 2010

Les Justes sont le vrai visage de la France ?

Nicole Guedj, présidente de la Fondation France-Israël, réclame dans un entretien que:
en France "on a tendance à ne penser qu'aux Français qui ont collaboré, mais il y en a eu beaucoup d'autres qui se sont levés pour s'opposer à la barbarie nazie et sauver des juifs, au péril de leur vie. [...] Les Justes sont le vrai visage de la France."

La Fondation France-Israël organise entre autre des voyages des enfants et des petits enfants des Justes en Israël. Sans doute afin d'améliorer les relations franco-israélien, aider la compréhension entre les deux sociétés, rappeler à fois de la Shoah et des justes. Aussi afin de démontrer la situation précaire et dangereuse de l'Israël d'aujourd'hui surtout envers l'Iran d'Ahmadinejad - du lobbying quoi. Cela est ce que je crois sont leurs motives en tout cas. J'en sais rien vraiment et je m'en fous un peu aussi. Cela ne me concerne pas finalement.

Au contraire je trouve hallucinante l'interprétation de l'histoire que Mme Guedj met on offre ici. Tout d'abord, j'ai l'impression qu'en France on ne parle presque jamais de la collaboration mais tout le temps de la résistance. C'est comme si la France a été dominé par un grand nombre des résistants quand en réalité ils n'ont été qu'une petite minorité (j'ai lu le chiffre de 15,000 en 1945 à Paris une fois).

Mme Guedj va même plus loin, elle réclame que les Justes seraient le vrai visage de la France. Je trouve cela presque un contourment de l'histoire. Les premiers loi discriminant des juifs ont été passés par Vichy avant que les allemands aient mis de la pression. La grande rafle à Paris n'aurait été possible sans le soutien des milliers de flics français. L'endroit le plus sûr pour les juifs en France a été la zone occupée par les Italiens, les alliés de l'Allemagne!

Je suis bien pour qu'on honore les Justes mais surtout parce que ce qu'ils ont fait a été exceptionnels et pas parce que ils seraient représentative de la France de l'époque.

Wednesday, April 21, 2010

Geschichten aus Sieben Ghettos

Ein weiterer Exilautor, der rasende Reporter Egon Erwin Kisch war mir das erste Mal als linientreuer Parteigenosse gegen den sich emanzipierenden Glaser agitierend bewußt unter die Augen gekommen. Zufälligerweise hatte ich mir kurz vorher eines seiner Bücher gekauft, sonst hätte ich seine Geschichten aus Sieben Ghettos aus reiner Abneigung wohl gar nicht gelesen.

Warum gab es eigentlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert so viele faszinierende intellektuelle Weltreisende? Kisch gehört auch in diese illustre (Neruda, Hemingway, Malraux, Céline...) Gruppe, auch wenn seine Prinzipientreue (oder blinde Kommunismusgläubigkeit) ihn wohl in seinen Reportagen über die Sowjetunion beeinflußten, sowie zersetzende Autoren wie Glaser kritisieren und als deutschsprachiger (und -schreibender) Tscheche die Beneš-Dekrete befürworten ließ. Wer will es ihm verdenken. Unzählig sind diejenigen, welche in dieser Zeit dem Charme der Sowjetunion erlagen und ohne die Umstände dieser Jahre wirklich zu kennen kann ich dieses tragische Fehlurteil nicht bewerten.

Kischs Biographie im Schnelldurchgang also. Aufgewachsen im k.u.k. Prag, Journalist, gilt angeblich als einer Erfinder der literarischen Reportage, Reisender (Australien, China, USA, Europa...), jüdischer Herkunft, spielte eine aktive Rolle im österreichischen Gegenstück zur deutschen Novemberrevolution, in Berlin arbeitend bis von den Nazis 1934 ausgewiesen, amerikanisches und mexikanisches Exil, schließlich sein Tod 1947 in Prag. Dies nur als Hintergrund.

Geschichten aus Sieben Ghettos ist eine Sammlung spannender, faszinierender Kurzgeschichten und Reportagen über jüdisches Leben in Europa im Laufe der Jahrhunderten. Akkurat erscheinede historische Extrakte etwa über die Brüder Fey, welche versuchten während der französischen Revolution Geschäfte zu machen und mit Danton und Chabot unter der Guillotine endeten kontrastieren mit zeitgemäßen Beobachten über (seinerzeit) modernes jüdisches Leben in Paris und Amsterdam. Hinzu kommen Wiedererzählungen jüdischer Moralgeschichten, welche auf diesen sehr typischen osteuropäisch-jüdischen Humor (frei nach Shlomo Sand würde ich behaupten, daß dieser nicht allgemein jüdisch sei) aufbauen, welchen ich einfach toll finde. Schlichtweg ein wirklich empfehlenswertes Büchlein.

Monday, April 19, 2010

Short linguistical remark

Living in France, I am quite regularly asked 'de quelle origine je serais.' In Germany of course the question would be: "Woher kommst Du?" I feel this linguistical difference (What are my origins/sources vs Where are you from) stands for the differing perceptions of nationality in Germany and France. In France one is French if one has a passport, even if one lives here to some extent. When I meet someone on the basketball court (like yesterday) and we start talking, his assumption is that I am French, yet he wants to know where my slight (or massive depending on your point of view) accent stems from. When that same encounter takes place in Germany, the assumption is that the not-accent-free person is not German. This is not intended as some kind of a racist charge against Germans (far from it because trust me the French can give the Germans a run for their money most days of the week) but instead seems to point to a larger problem of integration into Germany which is far more difficult (if not impossible) as long as being German is defined by one's roots not one's life. In France (and the United States btw) where nationality is not based on blood but instead on the adherence to some (ill-defined of course) greater belief the situation is completely different.

Sunday, April 11, 2010

Une vie

Je ne me étais pas attendu à beaucoup en achetant Une vie de Guy de Maupassant dans une friperie de bouquin bretonne. Un autre nom classique de la littérature française à découvrir superficiellement sans que je me sens extrêmement obligé de lire un deuxième ou troisième livres de cet auteur (Balzac et Voltaire). Loin de ça. Maupassant m'a vraiment impressionné en fait et après cette lecture je le placerais dans la même classe que des auteurs (français) comme Sartre (1, 2, 3, 4, 5) ou Malraux (1, 2). Il est bien différent évidemment. Je comparerais Une vie plutôt avec Madame Bovary ou Main Street de Sinclair Lewis. La déscription des souffrances d'une femme dans son mariage et dans sa vie en général.

L'histoire d'Une vie n'est pas très nouveau ou excitant comme soi. Une jeune femme se marie et voit sa vie se dégrader d'une façon déprimante. Maupassant réussit à entraîner son lecteur avec lui avec une force qui est impressionnant. Chaque fin de chapitre m'est trouvé déprimé pour le sort de l'héroïne, et des femmes de cette époque en général. L'auteur est presque cruel ou sadique dans ses descriptions de ce qui arrive à Jeanne, mais cela démasque avec une force frappante l'hypocrisie et l'inutilité de la religion, de l'église, de la noblesse et ses allures vide de sens. Vraiment très, trés recommandable comme bouquin.