My photo
Berlin, Frankfurt, Paris, Chapel Hill, Boston, Istanbul, Calgary, Washington DC, Austin, Tunis, Warszawa and counting
Showing posts with label Italia. Show all posts
Showing posts with label Italia. Show all posts

Friday, August 24, 2012

La Storia

Auch Elsa Morantes La Storia las ich während meines Urlaubs in Italien und auch hier muss ich zugeben nur halb überzeugt gewesen zu sein. La Storia ist die lange und breite Erzählung des Leben einer alleinerziehenden Mutter zweier Kinder von unterschiedlichen Vätern im Rom des zweiten Weltkrieges. Auch wenn dieses Rom und seine ärmlichen Bewohner sowie der geschichtliche Hintergrund inklusive Deportationen und Widerstand dem Roman sein Rückgrat verleihen so sind doch die Hauptfiguren der Erzählung in ihrem Verhältnis untereinander wenig - in offenkundiger Weise - von diesen Verhältnissen geprägt. 

Was leicht schockiert ist die Inkompetenz der meisten Figuren von der naiven Mutter, über den unterentwickelten Sohn, bis zum hedonistischen älteren Sohn und schließlich seinem gescheiterten Revolutionärsfreund. keine dieser Figuren erscheint ausreichend komplett skizziert um wirklich menschlich zu sein. Vielleicht ist dies die Botschaft, welche Morante uns vermitteln will, dass der Krieg die Menschen entmenschlichte. In jedem Fall bleibt dem Leser (aka mir) bei allem Lesevergnügen ein ungestilltes Verlangen auf der Zunge, welches die Autorin erzeugt ohne es befriedigen zu können.

Die Garibaldina

Ich hatte mir Die Garibaldina von Elio Vittorini in Vorbereitung auf meinen Urlaub in Italien gekauft und dort gelesen. Auch wenn die sizilianische Atmosphäre mit der in den Marken kaum gleichzusetzen ist. Leider muß ich zugeben, daß das Buch an mir vorbeiging. Nicht, weil mir die Sprache oder der Stil nicht gefallen hätten, sondern einfach, weil mir der - im Hintergrund stattfinde - Klassenkonflikt in seiner Offenkundigkeit so fremd war, daß ich ihn erst in einer Kritik des Buches nach dem ich es gelesen verstand. Ein ansprechendes Buch aber entweder in seiner Thematik zu weit von mir (und der heutigen Welt) entfernt oder ich war einfach zu beschränkt dafür.

Sunday, August 23, 2009

Terra!

Ein Geburtstagsgeschenk aus naheliegenden Gründen, Terra! von Stefano Benni ist eines dieser leicht zugänglich, super vergnüglichen Werken, welche man in wenigen Stunden verschlingt. Der Stil erinnerte mich sehr stark an Douglas Adams oder Terry Pratchett, was sehr als Kompliment zu verstehen ist. Benni beschreibt eine apokalyptische Zukunft der Erde, welche nach drei weiteren Weltkriegen die Sonne nicht mehr als Energiequelle hat und dementsprechend kalt ist. Der regierende Kapitalismus, die dominierende Technolosigierung ist auf den Kopf getrieben, dasgleiche gilt für den herrschenden Zynismus und die Irrelevanz niederer Lebensformen.

Ohne Abstrich empfehlenswert.

Thursday, December 25, 2008

Survival in Auschwitz

Primo Levi's account of his time in Auschwitz might be the best known novel by a holocaust survivor. Se questo è un uomo (If This Is a Man), as the book is called in its more poetic original title, is horrifying book. Levi tells of his life in a death/work camp, of how he got there, of what happens to him once he is there it and of how he survives in the end. It is a strong book, I can only recommend it to anyone. Levi is not begging for your pity, he does not even look for an explanation, he simply makes a picture of reality, he gives us a glimpse of life in the camps.

I am young (well, more or less), interested in history and have a German passport, all my ancestors and relatives are German, how can I not be obsessed with the Holocaust? I feel my understanding (in the broadest terms I don't think the word understanding can truly be used in regard to the Shoah, see also the quote at the end) of the Third Reich in general and the attempted destruction of European Jews is still lacking and no matter what I read this knowledge does not disappear. Maybe it never will.

A few more observations from the text. No particular order, just some food for thought.

  • That curt, barbaric barking of Germans in command. I wonder whether this stereotype (reality?) existed before the 1930s, whether it is a perception of the German language that was created through the evils of the past or whether it had always been there. Is it a subconscious connection of the language to a deed thus or is it simply an objective observation?

  • The Nazis ran these camps with very few people, mostly it was self-organized through an internal hierarchy from criminals, over political prisoners (these first two being mainly of German nationality) to Jews. Interestingly enough, a Kapo makes [less] trouble, [when] he is not a Jew and has no fear of losing his part.

  • A KZ in some sense seems to have precursor to some of the international meeting points of today with up to 15-20 languages swirling around with Yiddish, Polish and German being the most important ones. Levi at some point claims that survival depended at least to some extent (luck of course being another big factor) on one's ability to speak German.

  • Life in these camps portrays to some extent the social origins Hobbes or Montesquieue talk about. There is no justice, there are no morals, just a survival of the fittest. At the same time there was a booming economy revolving around bread, tobacco and any kind of usable tool.

  • The Greeks (Saloniki Jews of Spanish heritage which apparently spoke a mixture of Greek and Spanish) stuck together more than any other group and kept their inner-group morals intact the most. Maybe this was the case because they were less integrated in their society as for example the Italian Jews? I have no idea whether this is true, but it sounds like a decent explanation.

  • Was it even possible to survive Auschwitz without becoming a criminal yourself? Without turning from an upstanding citizen into a 'bad', selfish person?

  • The Germans love order, systems bureaucracy. Funny how nothing ever really seems to change.

Leitmotif: Ne pas chercher à comprendre

So I guess this is my Christmas post. Frohe Weihnachten everyone. Whatever that may mean.

Monday, June 18, 2007

Wo Spinnen Ihre Nester Bauen

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich mir Italo Calvinos Wo Spinnen Ihre Nester Bauen gekauft habe. Ich entsinne mich nur noch, daß es super billig war und ich es kaufte ohne irgendetwas über den Autor oder das Buch vorher zu wissen. Ich habe es jetzt in den letzten Tagen relativ schnell gelesen (ja, irgendwie mache ich das gerade öfter so, schalte meinen Rechner morgens nach dem Email-, Zeitungslesen und Vokabeltraining einfach aus und kriege dadurch viel mehr andere Sachen hin) und es hat mir sehr gut gefallen.

Calvino erzählt die Geschichte der italienischen Resistenza (?) gegen die deutsche Besatzung nach dem Sturz Mussolinis aus der Sicht eines kleinen Jungen. Dieses Kind ermöglicht es Calvino seine gesammelten Erfahrungen, weil er wie Babtschenko schreibt über einen Kampf an dem er selber teilnahm, aus einer gewissen naiven Perspektive mitzuteilen. Pina, wie der kleine Junge heißt, mit der Grausamkeit und Rücksichtslosigket eines Kindes nimmt kein Blatt vor den Mund und deckt die Scheinheiligkeit der erwachsenen Welt erbarmungslos offen. Er stiehlt dem deutschen Matrosen, der zu den vielen Kunden seiner Schwester gehört - diese gehört als Dienstleisterin dem vielmals als ältestem der Welt bezeichneten Gewerbe, seine Pistole, er verrät die Äffäre, die der Kommandant seiner Resistenzgruppe mit der Frau des Koches hat vor versammelter Mannschaft. Er muß, auch wenn er es nie wirklich tut, lernen zwischen den Worten und Taten der Erwachsenen zu unterscheiden, welche ihn durch starke Worte zum Widerstand animieren, nur um dann selber bei geringstem Druck ihre einstigen Kameraden zu verraten und zum Feind, zur Schwarzen Brigade, zu wechseln.

Pina hat in einer gewissen Art etwas von Huckleberry Finn, seine leicht naive Ezählweise, in welcher er kontinuierlich Wörter einwirft, welche er nicht wirklich versteht (zum großen Teil kommunistische Begriffe wie Trotzkist), seine Abenteurodysee verweisen beide stark auf Mark Twains jugendlichen Helden.

Es bleibt anzumerken, daß die Erzählweise meistens aus der 3. Person bei Pina bleibt, außer in einem eindrucksvollen Kapitel, wo ein intellektueller Führer der Widerstandsbrigade - ich habe keine Ahnung, ob Calvino sich hier verstärkt selber einbrachte, es wäre eine Möglichkeit in Anbetracht der Tatsache, daß er selber im Widerstand kämpfte - sich darüber Gedanken macht, was die Gründe für den Kampf seiner Mitstreiter sind. Diese erscheinen profan, und ohne Richtung, die wenigsten von ihnen arbeiten hin auf ein sozialistisches - oder anders geartetes - Ziel, die meisten versuchen einfach ihnen angetanes Leid wieder gutzumachen oder zu rächen. Sein innerer Monolog ist eine sehr anregende Reflexion über die Gründe dieser Männer ihr Leben zu riskieren und gibt dem Rest des Buches dominiert von menschlichem Versagen eine Art theoretische oder philosophische Basis.

Ein sehr schönes Buch.