Just a few updates on what I've written on my Publius Abroad blog:
On the Eurozone, don't expect this to be over before 2013 and reconsidering it. Additionally, Germany's Master Plan for Europe or rather lack of it.
And a statistical and graphical breakdown of final electoral results in Tunisia.
Friday, November 25, 2011
Wednesday, November 23, 2011
Good Hearts
Following up on Reynolds Price's first book A Long and Happy Life, Good Hearts shows the couple he had portrayed earlier as young adults in their middle age. I have to admit that I was a bit disappointed by the novel, I had really, really enjoyed the earlier one and thought that Good Hearts was a bit too normal, too non-Southern, too average. Price's language moved away from the convoluted Southern writing I enjoy, its theme was much less Gothic and dark and far too suburban, modern American.
This is a question of personal taste of course and as such I have nothing to reproach Price, I just wasn't expecting a novel on average Joe's mid-life crisis, with a happy ending, and a too good to believe moral approach. The redneck main character has some homosexual experience, the rapist really is a nice guy and the raped woman effectively forgives him. How credible is all that really? A quick read, not a bad one either, but nothing more than that.
Friday, November 11, 2011
Alexandre Dumas à Tunis
Je suis en train d'attraper les observations sur les
livres que j'ai dernièrement lus, ce qui ne jamais bien. Mais hélas, ça arrive malheureusement. Alexandre Dumas à Tunis - Impressions
de voyage a été écrit par Dumas père mais ici a été excepté par
une maison d’édition tunisienne. Je crois que le récit faisait parti
d'un texte plus longue auparavant qui contient aussi des détails du
voyage de Dumas et compagnie en Espagne et Algérie.
Dumas voyageait très classe sur un vaisseau de la
marine française et visitait Bizerte et Tunis seulement en Tunisie.
Quand même ses observations restent pertinentes et intéressantes, il a
clairement lu un peu sur le sujet et avoir eu des échanges avec des
autres qui s'y connaissaient mieux. Ses descriptions de certains scènes de châtiment, une exécution typique sur Bab Souika (!), ainsi
que des relations hommes-femmes et femme en ville contre femme dans
le désert sont assez révélateur. Le livre reste court et plain de détails peu pertinent - le succes de la chasse partout - mais m'a
donne un aperçu intéressant d'un Tunis qui n'existe plus vu par un étranger lettré.
Tuesday, November 01, 2011
Publius Abroad
I am running a new endeavor by the way. Publius Abroad
Here my first three posts on Tunisian elections, the Bundestag's decision on the Eurozone crisis last week, and the following summit.
Here my first three posts on Tunisian elections, the Bundestag's decision on the Eurozone crisis last week, and the following summit.
Sunday, October 30, 2011
Opa war kein Nazi
Selten hatte ich das Gefühl, daß ein wissenschaftliches Buch mich auf einer solch persönlichen Ebene ansprach wie Opa war kein Nazi - Nationalisozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis von Harald Welzer, Sabine Moller und Karoline Tschuggnall. Die Autoren basieren sich für ihre Analyse auf 40 qualitative Studien geschichtlicher Familiendiskurse bzw der in Einzelgesprächen dargelegten Wahrnehmung der im Familienkreis behandelten Geschichten und Geschichte.
Die Autoren zeigen in ihrem Werk auf wie Geschichte im Familienkreis einerseits gemeinsam kreiert wird, daß Familienmitglieder unterschiedlicher Generationen sich also durch Konzentration auf unterschiedliche Elemente auf eine allgemein akzeptierte Version einigen und hierbei inhärente unlogische ja absurde Aspekte ignorieren.
Während ich dieses sich Geschichte zurechtbiegend (-lügend?) noch von einer elitär-intellektuellen Stanze heraus herablassend amüsant befand, blieb mir diese selbstimagebewahrende Perspektive im weiteren leider verwehrt. Vielmehr schockierte mich die - fast - absolute Deckungsgleichheit meiner selbst erfahrenen Familiengeschichten mit der hier dargegeben allgemein gültigen durchschnittlichen Geschichte.
In den von den Autoren betrachteten Studien konzentrieren sich die Erinnerungen der deutschen Familien auf Leidens- und Heldensgeschichten. Die ersteren beziehen sich hierbei wohl vor allem auf die Heimat und werden wohl auch deswegen vor allem von weiblicher Seite weitergegeben. Konkret betrachtet was ist es, daß ich von meinen beiden Großmüttern über ihre Kriegserfahrung erzählt bekommen habe? Die Luftangriffe, die Nächte im Keller, die mangelnde Versorgung bzw das seltene Erlebnis bei einem Bauern mehr oder etwas besonderes zu Essen gehabt zu haben.
In die Heldensgeschichten übergehend wird der oder die fremde Zwangsarbeiter(in), welche(r) beim gleichen Bauern tätig war, als zwar nicht am gleichen Tisch sitzend aber doch im durch eine offene Tür verbundenen Flur speisend dargestellt. Strengstens verboten aber trotzdem gewagt! Schließlich waren essenziell alle relevanten erwähnten Familienmitglieder, weitere Verwandten und Nachbarn gute Menschen, welche sich ähnliche wie Juden, Kommunisten, Schwule und Ausländer vor den - wenigen - 150% Nazis zu fürchten hatten. Die fast schon lächerliche Übertreibung, welche aus einem Akt der Ausgrenzung (der Fremdarbeiter isst im Flur) einen Akt des Widerstandes macht (es war schließlich verboten, sie wagten es trotzdem, impliziert wird, daß dies unter Einsatz ihres Lebens stattfand) wird im Familienkreis (von mir!) kritiklos hingenommen ja positiv eingestuft. Die Tatsache, daß die Zeitzeugin (meine Oma) ohne jeden Kde ommentar der Wertung über den zur Arbeit gezwungenen Ausländer hinweg geht, ja diesen kaum als menschliches Wesen auf dem gleichen Niveau der anderen handelnden Charaktere wahrnimmt, wird ignoriert.
Soldatische Heldengeschichten gehen in ähnliche Richtungen. Einer meiner Großväter wurde mit samt seines Bootes vor der griechischen Küste versenkt und verbrachte mehr als sieben Stunden im Wasser. Er mußte dann nach dem Zusammenbruch der Besatzungsarmee sich - mehr oder weniger alleine - durch Jugoslawien nach Deutschland zurück durchschlagen - gegen Partisanen, Hunger und die zu Fuß zu bewältigende Strecke als solche. Mein anderer Großvater erzählte oft wie er zusammen mit einem Kameraden an der Ostfront von seiner Einheit abgetrennt wurde und sich auf einmal von sowjetischen Truppen umgeben wieder fand. Sein fanatischer Kamerad wollte in einer Art heldenhaften Kamikazeattacke diese nichtsahnenden Soldaten angreifen. Mein Opa - als voix de raison - stoppte ihn in letzter Sekunde und die beiden konnten sich so lange versteckt halten bis die sie umgebende Truppe wieder abgezogen war.
Eindrucksvolle Helden- und Leidensgeschichten alle miteinander und wie so viele andere den Großvater oft den fanatischen Nazis gegenüber sich abgrenzend zeigend. Doch einer meiner Großväter war fast zwei Jahre in Piräus stationiert, der andere war mindestens ein Jahr in der Etappe irgendwo in der (weiß-?)russischen Steppe. Was machten sie dort? Der Partisanenkrieg in Griechenland war grausam, insgesamt wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen [...] getötet, rund 1.700 griechische Dörfer zerstört (link). Hinter der Front im Osten waren die Einsatzgruppen tätig, es galt der Kommissarbefehl, es starben mehr als die Hälfte der sowjetischen Kriegsgefangenen. Warum hörte ich also nur Geschichten mit ihnen als Opfern? Sie waren schließlich auf der Täterseite aller Wahrscheinlichkeit nach - so schwierig es auch mir das einzugestehen - selber Täter.
Auf zum nächsten Punkt der intellektuellen Familienselbsttäuschung also. Gewisse Deutungsmuster werden universal in Familien als gegeben vorausgesetzt und als solche in Geschichten über die Geschichte nicht thematisiert. Zu diesen gehören unter anderem die schlechten Russen, die ihnen entgegensetzten guten Amerikaner sowie die reichen Juden, welche auf einmal verschwunden waren ohne, daß man das groß mitbekommen hätte. Ich denke jeder Deutsche wird in diese Muster passende Erklärungen kennen, wobei diese Pauschalaussagen leider selten nur auch nur ansatzweise belegt werden können. Es ist normalerweise nicht die von einem russischen Soldaten vergewaltigte Frau, welche von den Gräueltaten des Russen erzählt, sondern vielmehr der ehemalige deutsche Soldat dessen Rolle in der Sowjetunion oder anderswo nur selten beleuchtet wird der widerstands- und kritiklos im Familienkreis diese Wahrheiten verkündigt.
Diese Buchkritik ist bereits jetzt viel zu lang und ich werde sie hier beenden. Ich kann diesen Text nur jedem geschichtsbewußten Deutschen empfehlen, wobei ich ihn davor warnen muß, daß er danach - vor allem - seine Großväter in einem anderen Licht wird sehen müssen. Zu viele der ihm (mir) bekannten persönlichen Geschichten meiner Opas gleichen sich bis aufs Haar der in diesem Buch dargelegten stereotypen Entschuldigungsmechansismen, Leidenserlebnissen und verarbeiteten filmischen Erzeugnissen. Und daß ohne - in beiden Fällen - die Leerstellen eben dieser Geschichten anzusprechen. Ich wünschte ich hätte noch ein mal die Möglichkeit dies zu tun.
Thursday, October 20, 2011
The Grapes of Wrath
Almost a throwback read back to my adolescent days, John Steinbeck was amongst those authors I read prematurely at 15 without necessarily understanding much beyond the actual story taking place at the surface. The Grapes of Wrath this time around was a pleasure to (re-)read then.
Steinbeck intermingles character-based parts and atmosphere, stream-of-consciousness type ones. He tells the story of the Joad family making its way from Oklahoma to California, but he really showcases the Okies life on the road, their misery, suffering, treatment and intra-group solidarity or lack thereof. His writing is part of its time, the Great Depression, the Dust Bowl, to an extent which makes it almost surprising that the book still carries as much weight with readers today (well: me).
Pure pleasure reading, if almost tragically tainted by Steinbeck's (in hindsight) naive belief (or references to in any case) in some kind of a left-wing (union, socialist even?) organization of the economy, the workers leading to an amelioration of their life conditions.
Wednesday, October 19, 2011
Le Village de l'Allemand
Un écrivain politisé algérien qui écrit en français et dans son livre Le Village de l'Allemand ou Le journal des frères Schiller parle à la fois de l'histoire allemande, algérienne et l’intégration en France. Clairement il y en avait pour que je m'y intéressais. Ironiquement Boualem Sansal vient de ganger le Friedensbuchpreis en Allemagne est celui que j'ai considéré comme obscure était omniprésent pendant mon séjour à Berlin la semaine passée.
Sansal ici raconte l'histoire des deux frères Schiller dont le père était allemand mais pourtant faisait partie de la résistance contre la colonisation française. Ayant marié une jeune femme dans un bled algérien, ce père les fait envoyer en France dans leur adolescence. Le livre se base sur la recherche des ces deux frères sur leur père, leurs pays et comment gérer voire comprendre le passée.
Comme ma récente découverte Kateb Yacine, Sansal remplit bien mon image sans doute idéalisé de la littérature algérienne comme étant particulièrement intéressante et de qualité. L'auteur habite toujours en Algérie - autrement que beaucoup de ses co-intellectuels algériens - et paraît de jouer un rôle important comme écrivain critique vers le regime en place dans son pays autant que vers les Islamistes. Sur ce dernier point je le trouvais même trop extrême mais cela vient sans doute avec ayant vécu en Algérie pendant les années 90.
Voici un longue entretien avec lui.
Voici un longue entretien avec lui.
Sunday, September 25, 2011
Adam Lux
Ein - weiteres - frappierendes Beispiel für mein furchtbar oberflächliches Geschichts- und Allgemeinwissen. Adam Lux von Stefan Zweig erzählt in zehn dramatischen Bildern die revolutionären Lebensjahre von Adam Lux. Dieser war als Abgesandter der freien Republik Mainz im revolutionären Paris um dort dem nationalen Konvent dort den Kern eines fränkisch-deutschen Bündnisses anzutragen. Die blutige Jakobinerherrschaft entgeistert ihn in seinem idealistisch-naiven Revolutionsglauben und nach Marats Ermordung provoziert er durch eine verherrlichende Darstellung der Mörderin Marats, Charlotte Corday, seinen Tod herbei.
Ein pazifistischer Revolutionär aus Kostheim, welcher mit seinem Opfertod die Ideale der Revolution gegen sich selber zu retten versuchte. Eine verrückte Geschichte und gerade in ihrer deutsch-französischen Natur mir bis dato vollkommen unbekannt.
Les Africains I - Les intellectuels carthaginois
Partie de mes - vaines sans doute - tentatives de me renseigner sur l'histoire (nord-)africaines, Les Africains I - Les intellectuels carthaginois de Paul Monceaux est une introduction dans la littérature latine du Maghreb - et surtout carthaginoise - de l'empire romaine. Les romains avait refondé Carthage après l'avoir complètement rasée et elle redevenait vite le centre intellectuel de l'Afrique du Nord, le Rome de l'Afrique.
Monceaux dans sons œuvre accentue la mélange qui marquait la présence romaine, les influences puniques, berbères sous une gouvernance plus ou moins accepté des romains et en latin. On restait Carthaginois, Maure ou Numide; mais de loin, l'on ressemblait à un Romain. Monceaux, lui-même pied noir vivant dans l'Algérie française vers la fin du 19ème siècle, voit un intéressant parallélisme similaire avec la colonisation (occupation?) française ici: pour les besoins de la vie, il se forma, comme dans l'Afrique française, une langue hybride, où le latin dominait, mais latin tout infiltré de punique et de libyque.
L'auteur décrit la vie intellectuelle au Maghreb romain autant que les intellectuels et écrivains eux-mêmes. Similaire que Hourani son œuvre est malheureusement si dense et rempli de politiciens et autres figures que je connaissais à peine que son livre est une introduction intéressante qui reste insatisfaisante dans le sens qu'elle ne fait clair comment peu on y sait.
Monday, September 19, 2011
Christ Recrucified
Following my trip to Greece I am still reading up on the acquisitions I made in Greece. Nikos Kazantzakis' Christ Recrucified (or The Greek Passion it seems) provides a wonderful insight into Greek history and culture I found. It addresses at once Greek nationalism shaped against the backdrop of Ottoman colonialism and the role of the church in going against Christ's teachings and perpetuating the social caste system of the day.
The novel starts out with a number of villagers being named by the local notables to play Jesus, John, Peter, James, Maria Magdalena and Judas Iscariot in a reenactment of the crucification and following rise of Jesus Christ. The six chosen ones soon start taking their roles as laid out in the scripture a bit too seriously as far as the local aristocracy is concerned. Things deteriorate from there.
An interesting and gripping book with one downside to it. Much of the interior dialogue, characters' debate amongst each other as well as within each individual one is concentrated on issues of faith, I am undoubtedly far too cynic and atheist (or maybe: agnostic?) to be much drawn to these kind of topics. Kazantzakis reminded me of James Joyce's A Portrait of the Artist as a Young Man in that sense, another novel of quality despite of its insistence on religion as the topic of choice.
Monday, September 12, 2011
Le cercle des représailles
Avec une certaine incompréhension arrogante et vaine des différences culturelles je me suis acheté quelques livres des auteurs arabes, non tunisiens, pour m'accompagner dans ma vie ici à Tunis. Kateb Yacine alors, auteur d'un des livres le plus fort que je n'ai jamais lu en français Nedjma. Est-il algérien, berbère, français? Ni l'un, ni l'autre sans doute, surtout si cela est une question d'exclusivité, définitivement pas français peut-être. Il écrivait dans les trois langues en tout cas.
Le cercle des représailles consiste de trois pièces et un longue poème à la fin. Yacine reprend ici, ou plutôt - si je comprends bien - commence à développer ici, les mêmes personnages que dans son romain déjà cité. Je ne lis que très rarement du théâtre et trouvais parfois difficile de rentrer dedans dans les peu d'auteurs de pièce que j'ai lu - Schiller, Shakespeare, Sartre. Au même temps ces trois j'ai fini par clairement apprécier. Avec ce Cercle des représailles et ses deux drames interrompu par une comédie ironique c'était similaire. Yacine est difficile à suivre, à comprendre parfois. Il explique peu et s’appuie sur une grand nombre de personnage pertinent. Mais finalement le lecteur endurant y arrive.
Je suis devenu, de nouveau on pourrait presque dire, un grand militant de Kateb Yacine. Je trouve qu'il a une force d'écriture et aussi un sujet (la colonisation et la lutte contre) que très peu d'écrivains équivalent, Faulkner et Sarte sont des noms que j'évoquerais ici.
Le cercle des représailles consiste de trois pièces et un longue poème à la fin. Yacine reprend ici, ou plutôt - si je comprends bien - commence à développer ici, les mêmes personnages que dans son romain déjà cité. Je ne lis que très rarement du théâtre et trouvais parfois difficile de rentrer dedans dans les peu d'auteurs de pièce que j'ai lu - Schiller, Shakespeare, Sartre. Au même temps ces trois j'ai fini par clairement apprécier. Avec ce Cercle des représailles et ses deux drames interrompu par une comédie ironique c'était similaire. Yacine est difficile à suivre, à comprendre parfois. Il explique peu et s’appuie sur une grand nombre de personnage pertinent. Mais finalement le lecteur endurant y arrive.
Je suis devenu, de nouveau on pourrait presque dire, un grand militant de Kateb Yacine. Je trouve qu'il a une force d'écriture et aussi un sujet (la colonisation et la lutte contre) que très peu d'écrivains équivalent, Faulkner et Sarte sont des noms que j'évoquerais ici.
La francophonie est une machine politique néocoloniale, qui ne fait que perpétuer notre aliénation, mais l'usage de la langue française ne signifie pas qu'on soit l'agent d'une puissance étrangère, et j'écris en français pour dire aux français que je ne suis pas français.Et d'un lecteur:
C'est trop compliqué, ça. En Algérie vous avez de si jolis moutons, pourquoi vous ne parlez pas de moutons ?Source: Wikipedia
Saturday, September 10, 2011
Deutschboden
Nach positiver Kritik in der Zeit (glaube ich mich zu entsinnen) und einem Vorabdruck im Zeit Magazin, war ich von Moritz von Uslars Deutschboden sehr positiv angetan ohne auch nur eine Seite darin geblättert zu haben. Diese Wahrnehmung bestätigte sich leider nicht.
Uslar (oder sein Erzähler Realität und Fiktion sind so gut wie nicht zu trennen in diesem journalistischen Roman) sieht sich als eine Art Entdecker, der sich in die wilde weite - oder: kleinstädtische - Welt des Berliner Umlandes aufmacht und hier in einer Art soziologischen Anschauungsstudie drei Monate verbringt. Er überlebte und schrieb ein Buch darüber.
Die Arroganz des gebildeten Großstädters der die Ossis, Nazis und HartIVer entdecken und erklären will, ist wohl mein erster Kritikpunkt. Erstens ist sein dreimonatiger Aufenthalt in 'Oberhavel' hierfür fast lächerlich kurz, zweitens ist sein so humanistischer, verständnisvoller Zugang zu diesen Menschen in der Hinsicht lachhaft, als daß er sie - bevor er sie humanisieren kann - ja erst enthumanisiert und dies abgesehen von einigen engeren Bekannten auch bis zum Ende des Buches tut. Der große Soziologe Uslar erinnert mich hier ein wenig an Jack London oder Rudyard Kipling, voll Verständnis für die Wilden und Einheimischen des jeweiligen Landstriches, welchen sie beschreiben, aber so romantisch und heldenhaft sie diese auch darstellen, es bleiben Wilde.
Zweiter großer Kritikpunkt, Uslar schreibt in einem aufgezwungenen pop-literarischen Stil, der an keiner Stelle in seinem Werk überzeugend oder gar authentisch rüberkommt. Seine Aneinanderreihung von Substantiven zwecks Erklärung, Betonung und wohl ironischer Auseinandersetzung sind nervig und selten zweckbringend.
Eine Enttäuschung.
Monday, September 05, 2011
A History of the Arab Peoples
Living in the Arab world yet - still - feeling rather ignorant of the place that I live in A History of the Arab Peoples by Albert Hourani was supposed to fill some of the more glaring holes. And it did while opening a thousand others
The intellectual, political and economic history of the peoples living between Spain (or Morocco) to the West, Iraq/Iran to the East, Turkey to the North and Sudan to the South is a daring endeavor for the most hardened and prepared writer, it is maybe even more so for the reader. Literally hundreds of topics and names are being touched upon without receiving their due treatment, at times I felt more like reading a list of philosophers, writers, religious schools of law (مذهب) and dynasties than an actual historical account.
In all honesty, while I drew a lot out of this book and feel I have developed a basic understanding and broad overview of Arabic history and thought, Hourani failed at writing the history he proclaimed in his title. He didn't fail due to his lack of knowledge nor even his capacity to bring across what he knew, but simply due to the sheer size of the task he set himself. Five hundred odd pages of dense history-writing might make for a long period of reading but it cannot provide more than a glance at a subject matter of this size and depth. I can recommend A History of the Arab Peoples as an appetizer that in a way leaves one hungrier than before as one has gained an understanding of one's true lack of knowledge.
Tuesday, August 23, 2011
The Third Wedding Wreath
I thoroughly enjoy reading novels about the places that I visit, that I live in, I find it an extremely rewarding way of learning about the local/regional culture, political setting and history. That's why I bought Costas Taktsis' The Third Wedding Wreath during my recent sojourn in Greece. Taktsis tells the story of a woman's life, her three husbands, life during occupation and the civil war, her move from Thessaloníki to Athens, her children and family in the broadest sense. The Third Wedding Wreath really is the Buddenbrooks without the nostalgic glorious past, told from a female point of view and much, much more reflective of Greek culture and history.
I'd learned never to be a snob until I got to know a person's worth; and how can you get to know a person well if you don't have coffee together?
Sunday, August 14, 2011
Irrungen und Wirrungen in der Zeit
Auch im Ausland die Zeit treu lesend ärgere ich mich fast wöchentlich über die schwachen Leitkommentare der ersten Seite. Wenig überzeugende Argumente genährt durch falsch verstandene angeblich Fakten resultieren in schmetterlingsgewichtigen Kommentaren.
Diese Woche erklärt uns Khue Pham, daß sich die Jugend im Nahen Osten für ihre Grundrechte erhoben habe, die Jugend in England um Konsumgüter zu erlangen.
Die Analyse der Ereignisse in England ist ihrer zeitlichen Nähe entsprechend kaum möglich, dennoch gibt es klare Zeichen, daß, von einigen Ausnahmen abgesehen, diejenigen Randalierer, welche bisher vor Gericht gestellt wurden, aus sozial prekären Umständen stammen. Warum sind diese Leute also so hoffnungslos? Ganz einfach, viele von ihnen sind entweder arbeitslos oder bestenfalls in minder-bezahlten Aushilfsjobs tätig. Ach ja, sie haben außerdem keine Aufstiegschancen, wenn sie noch so hart arbeiten und anständig sind, dann werden sie in zehn Jahren immer noch um ihr monatliches Auskommen bangen. Denn: working-class children in Britain are less likely to climb the social ladder than in any other developed nation, youth unemployment liegt bei 20,5%, there were 6.8 million low paid workers in the UK
in spring 2003, some 27% of the total, und income inequality steigt auch immer weiter.
Jugend als Versprechen hört sich in Angesicht dieser Zahlen und Fakten bestenfalls wie gut meinende Ahnungslosigkeit an, ist aber letzten Endes nichts als blanker Zynismus. Diese Jugendlichen und jungen (zum großen Teil) Männer stürmen also Kaufhäuser einfach, um sich die Konsumgüter, welche sie sich nicht leisten können, dort einfach zu nehmen. Ist das gut? Nein, natürlich nicht, aber man muß sich eben auch der zugrunde liegenden strukturellen Grunde hinter diesen Ausschreitungen bewußt sein und sie nicht pauschal als Konsumgeilheit der Masse abtun.
Schließlich hat Pham wie so viele im Westen kein wirkliches Verständnis der Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten. Wer waren denn die Menschen, die in Tunesien auf die Straße gingen um dafür zu sorgen, daß Ben Ali dégage? Ich frage hier nicht nach dem Bildungsbürgertum, welches am 14. Januar an den Massendemonstrationen teilnahm und die Flucht Ben Alis feierte, sondern vielmehr nach den Namenslosen, welche im Dezember in Sidi Bouzi oder Kasserine ihr Leben riskierten (und starben) um ihrer Frustration und Hoffnungslosigkeit Ausdruck zu geben in dem sie Geschäfte attackierten und Autos abbrannten - sounds familiar? Die tunesische Revolution war in ihrem Ursprung ja keine politische, sondern eine wirtschaftliche. Die arbeits- und zukunftslose Jugend des Landesinneren explodierte und leistete die Vorarbeit, welche es den gebildeten Eliten der Küstenregionen erlaubte ein zutiefst korruptes und tyrannisches System zu beenden. Natürlich sind die wirtschaftlichen und politischen Situationen im Nahen Osten und dem Vereinigten Königreich schwer vergleichbar, aber ein Vergleich bleibt möglich und läßt sich weder so leicht noch so oberflächlich abtun wie Khue Pham dies tut.
Gleich daneben darf Josef Joffe beweisen, daß er von wirtschaftlicher Theorie leider wenig versteht, aber trotzdem mit absoluter Selbstsicherheit über derartige Themen schwadronieren kann. Schade.
Ein Zehn-Prozent-Defizit ist nicht Keynes en gros, es kann durch ein keynesianisches bedingt sein, muß es aber nicht. Laut Keynes soll der Staat anti-zyklisch in die Wirtschaft eingreifen, also Ausgaben heben, wenn die Realökonomie lahmt, wenn derselbe Staat in den Boomjahren die Ausgaben bereits nach oben getrieben hat - und auf dem erwähnten 10% Defizit angelangt ist, dann muß er, wenn er Keynes folgen will, seine Ausgaben weiter steigern. Also nix, Keynes en gros, und wenn Herr Joffe ab und an mal solch notorisch linke Publikation wie den Economist lesen würde, dann wäre er sich darüber im klaren wie weit verbreitet der Ruf nach einer Konjunkturspritze ist.
Der kühle ökonomische Verstand den Josef Joffe gerne hätte, wäre natürlich auch in der Lage zwischen seiner zitierten Liquiditäts-Flut und dem von Keynes geforderten Eingriff des Staates in die reale Wirtschaft gerade in einer - deflationären - Null-Zinsen Situation zu unterscheiden.
Was bleibt? Ich frage mich immer öfter warum ich die erste Seite der Zeit (und alles was Josef Joffe so von sich gibt) überhaupt noch lese. Wirklich schade eigentlich.
Diese Woche erklärt uns Khue Pham, daß sich die Jugend im Nahen Osten für ihre Grundrechte erhoben habe, die Jugend in England um Konsumgüter zu erlangen.
Man will diese Leute am liebsten packen, ihnen die Kapuzen herunterziehen und rufen: Was fällt euch ein?! Wieso seid ihr so wütend? Wieso seid ihr so hoffnungslos? Man müsste dabei die eigene Wut gegen sie unterdrücken: Jugend ist auch ein Versprechen, aber diese Versprechen haben die Plünderer von London weggeworfen.
Die Analyse der Ereignisse in England ist ihrer zeitlichen Nähe entsprechend kaum möglich, dennoch gibt es klare Zeichen, daß, von einigen Ausnahmen abgesehen, diejenigen Randalierer, welche bisher vor Gericht gestellt wurden, aus sozial prekären Umständen stammen. Warum sind diese Leute also so hoffnungslos? Ganz einfach, viele von ihnen sind entweder arbeitslos oder bestenfalls in minder-bezahlten Aushilfsjobs tätig. Ach ja, sie haben außerdem keine Aufstiegschancen, wenn sie noch so hart arbeiten und anständig sind, dann werden sie in zehn Jahren immer noch um ihr monatliches Auskommen bangen. Denn: working-class children in Britain are less likely to climb the social ladder than in any other developed nation, youth unemployment liegt bei 20,5%, there were 6.8 million low paid workers in the UK
in spring 2003, some 27% of the total, und income inequality steigt auch immer weiter.
Jugend als Versprechen hört sich in Angesicht dieser Zahlen und Fakten bestenfalls wie gut meinende Ahnungslosigkeit an, ist aber letzten Endes nichts als blanker Zynismus. Diese Jugendlichen und jungen (zum großen Teil) Männer stürmen also Kaufhäuser einfach, um sich die Konsumgüter, welche sie sich nicht leisten können, dort einfach zu nehmen. Ist das gut? Nein, natürlich nicht, aber man muß sich eben auch der zugrunde liegenden strukturellen Grunde hinter diesen Ausschreitungen bewußt sein und sie nicht pauschal als Konsumgeilheit der Masse abtun.
Schließlich hat Pham wie so viele im Westen kein wirkliches Verständnis der Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten. Wer waren denn die Menschen, die in Tunesien auf die Straße gingen um dafür zu sorgen, daß Ben Ali dégage? Ich frage hier nicht nach dem Bildungsbürgertum, welches am 14. Januar an den Massendemonstrationen teilnahm und die Flucht Ben Alis feierte, sondern vielmehr nach den Namenslosen, welche im Dezember in Sidi Bouzi oder Kasserine ihr Leben riskierten (und starben) um ihrer Frustration und Hoffnungslosigkeit Ausdruck zu geben in dem sie Geschäfte attackierten und Autos abbrannten - sounds familiar? Die tunesische Revolution war in ihrem Ursprung ja keine politische, sondern eine wirtschaftliche. Die arbeits- und zukunftslose Jugend des Landesinneren explodierte und leistete die Vorarbeit, welche es den gebildeten Eliten der Küstenregionen erlaubte ein zutiefst korruptes und tyrannisches System zu beenden. Natürlich sind die wirtschaftlichen und politischen Situationen im Nahen Osten und dem Vereinigten Königreich schwer vergleichbar, aber ein Vergleich bleibt möglich und läßt sich weder so leicht noch so oberflächlich abtun wie Khue Pham dies tut.
Gleich daneben darf Josef Joffe beweisen, daß er von wirtschaftlicher Theorie leider wenig versteht, aber trotzdem mit absoluter Selbstsicherheit über derartige Themen schwadronieren kann. Schade.
Ein Zehn-Prozent-Defizit ist nicht Keynes en gros, es kann durch ein keynesianisches bedingt sein, muß es aber nicht. Laut Keynes soll der Staat anti-zyklisch in die Wirtschaft eingreifen, also Ausgaben heben, wenn die Realökonomie lahmt, wenn derselbe Staat in den Boomjahren die Ausgaben bereits nach oben getrieben hat - und auf dem erwähnten 10% Defizit angelangt ist, dann muß er, wenn er Keynes folgen will, seine Ausgaben weiter steigern. Also nix, Keynes en gros, und wenn Herr Joffe ab und an mal solch notorisch linke Publikation wie den Economist lesen würde, dann wäre er sich darüber im klaren wie weit verbreitet der Ruf nach einer Konjunkturspritze ist.
Der kühle ökonomische Verstand den Josef Joffe gerne hätte, wäre natürlich auch in der Lage zwischen seiner zitierten Liquiditäts-Flut und dem von Keynes geforderten Eingriff des Staates in die reale Wirtschaft gerade in einer - deflationären - Null-Zinsen Situation zu unterscheiden.
Was bleibt? Ich frage mich immer öfter warum ich die erste Seite der Zeit (und alles was Josef Joffe so von sich gibt) überhaupt noch lese. Wirklich schade eigentlich.
Friday, August 12, 2011
David Foster Wallace
From the New York Review of Books, a summary of an David Foster Wallace speech I can only whole-heartedly subscribe to:
In a commencement address delivered to the newly minted graduates of Kenyon College in 2005, Wallace warned them of their forthcoming enlistment as soldiers in “the day-to-day trenches of adult life,” of the “petty, frustrating crap” that awaited them there, and the “dreary, annoying, seemingly meaningless routines” in which they’d soon be immersed. He argued that the “default setting” of the human being is self-centeredness verging on solipsism, and that the value of a liberal arts education is that it supplies the means to escape “our tiny, skull-sized kingdoms” by exercising a disciplined, nonstop attention to the unexamined details of our lives, and so transcend the selfishness of our frustration and boredom. This could lead, he said, to “being able truly to care about other people and to sacrifice for them over and over in myriad petty, unsexy ways every day.”
Monday, August 08, 2011
Die Ausgewanderten
Außerhalb Deutschlands nun schon seit Jahren lebend, fasziniert mich deutsche Exilliteratur naturgemäß. Auch wenn WG Sebald nicht Teil der historisch-kulturellen Exilbewegung des Naziregimes war, ist er doch ein Exilant vielmehr ein Emigrant. Sebald erzählt in seinem Werk Die Ausgewanderten das - fiktive? inwieweit? - von der Suche des Erzählers, eines selbst nach England emigrierten Autors, nach der Geschichte von vier menschlichen Schicksalen im Migrations- und Reisechaos des frühen 20. Jahrhunderts.
Sebald bedient sich einer unglaublich detaillierten und in ihrer Genauigkeit wirklich schönen Sprache. Er hatte wohl außerhalb Deutschlands Erfolg lange bevor der Prophet auch im eigenen Land gehört wurde, ich kann kaum nachvollziehen wie eine solch deutsche Sprache vernünftig übersetzt wurde. Was den Leser, oder auch: mich, vor allem anspricht ist die melancholische Wahrnehmung des Vergangenen:
Sebald bedient sich einer unglaublich detaillierten und in ihrer Genauigkeit wirklich schönen Sprache. Er hatte wohl außerhalb Deutschlands Erfolg lange bevor der Prophet auch im eigenen Land gehört wurde, ich kann kaum nachvollziehen wie eine solch deutsche Sprache vernünftig übersetzt wurde. Was den Leser, oder auch: mich, vor allem anspricht ist die melancholische Wahrnehmung des Vergangenen:
dieses einst legendäre Seebad, genau wie jeder andere Ort, den man heute, ganz gleich, in welchem Land oder Weltteil, besucht, hoffnungslos heruntergekommen war und ruiniert vom Autoverkehr, vom BoutiquenkommerzIch würde versuchen dieses Buch besser zu besprechen, aber es ist Ramadan bei fast 40° und ich habe seit heute morgen nichts mehr zu mir genommen, nicht einmal Wasser. Außerdem bin ich gerade technisch gesehen am Arbeiten. Insofern kann ich Sebald nur weiter empfehlen und:
Zweifellos bin ich jetzt in einem gewissen Sinne verrückt, aber wie sie vielleicht wissen, sind diese Dinge einzig eine Frage der Perspektive.
Tuesday, August 02, 2011
Exarchia, Athens, Greece
I recently had the chance to spend ten days in Athens for professional reasons. So I tried to live like an Athenian for that period, hanging out in bars in Exarchia, working on my balcony overlooking the National Historical Museum, playing basketball in Lofos Strefi, having business coffee meetings in Kolonaki and, finally, going to an island for the weekend. I had the incredible luck of (semi-)knowing someone in Greece who really helped me out in finding a place and with whom it was furthermore (as I had suspected before initially) very enjoyable to hang out. So: thanks again. In general I feel like I managed to gain a much better understanding of Greece through my constant exposure to life in Greece as a Greek with no expat or even tourist aspect (granted: I did climb the Acropolis with 500 other foreigners) to take away from this impression.
What do I have to say about Greece then? A very positive experience in a country burdened with problems is how I could describe it in one sentence. People are friendly, I succeeded to integrate myself with local (Exarchia) basketball players after only a few days there, friends of the friends I had were extremely open and accommodating including when it comes to my complete lack of Greek-language capability. And in general it is very easy - if, as always, of course very limited - to get around in English.
Greek life-style is very laid-back. People eat and go out late, life in the city is really calm during the day for the most part, both clearly being related to the extreme heat (and I live in Tunis!). Yet, don't buy into the stereotypes, Greeks do work. What they (I am stereotyping here, please excuse) do seems to be dominated by a combination of odd jobs here and there, all relatively badly paid, if at all. I've met designers, architects and professional basketball players all of whom told me that they were being owed serious amounts of money (10k in one case).
Which gets us to the Greek problems then. Most glaring is the amount of people asking for a hand-out in the street, the junkies fixing out in the open in one of the most central neighborhoods of Athens, the police clad military-style guarding the border of Exarchia - where the anarchists kicked them out a few years ago - and the rest of the city. The irony of the latter is that most of the junkies are and most of the criminality everyone warned me about none of which I experienced though actually occurs just outside of Exarchia and thus behind (or in front) of the police curtain.
The main (and underlying) problem though is the economic situation. What can I even add to that discussion? The Greek government (and society) clearly lived above its means for a number of years and people are paying for it now (on a high level, but still). My main criticism doesn't lie so much with the harsh reforms, some of which are necessary but cruel others just plain pointless or at least ineffectual, but rather the lack of (true) European solidarity. Effectively European governments (especially Germany) are forcing Greece into a deflationary setting, with wages (and accordingly consumption) decreasing during a period where the government has put stringent measures of austerity in effect. In other words Greece for years to come will suffer from low growth rates and high (especially for young(er) people) unemployment. All this while inflationary measures in the core of the Eurozone (again: mainly Germany) would bring about the same result (full or semi-debt repayment) in a much less cruel manner. Let's just hope that the planned reforms will actually structurally effect change and not just be limited to punishing pensioners, cab drivers and public sector workers without creating a better-working system at the same time. I have my doubts, but as one says in German: Die Hoffnung stirbt zuletzt (hope dies last).
What do I have to say about Greece then? A very positive experience in a country burdened with problems is how I could describe it in one sentence. People are friendly, I succeeded to integrate myself with local (Exarchia) basketball players after only a few days there, friends of the friends I had were extremely open and accommodating including when it comes to my complete lack of Greek-language capability. And in general it is very easy - if, as always, of course very limited - to get around in English.
Greek life-style is very laid-back. People eat and go out late, life in the city is really calm during the day for the most part, both clearly being related to the extreme heat (and I live in Tunis!). Yet, don't buy into the stereotypes, Greeks do work. What they (I am stereotyping here, please excuse) do seems to be dominated by a combination of odd jobs here and there, all relatively badly paid, if at all. I've met designers, architects and professional basketball players all of whom told me that they were being owed serious amounts of money (10k in one case).
Which gets us to the Greek problems then. Most glaring is the amount of people asking for a hand-out in the street, the junkies fixing out in the open in one of the most central neighborhoods of Athens, the police clad military-style guarding the border of Exarchia - where the anarchists kicked them out a few years ago - and the rest of the city. The irony of the latter is that most of the junkies are and most of the criminality everyone warned me about none of which I experienced though actually occurs just outside of Exarchia and thus behind (or in front) of the police curtain.
The main (and underlying) problem though is the economic situation. What can I even add to that discussion? The Greek government (and society) clearly lived above its means for a number of years and people are paying for it now (on a high level, but still). My main criticism doesn't lie so much with the harsh reforms, some of which are necessary but cruel others just plain pointless or at least ineffectual, but rather the lack of (true) European solidarity. Effectively European governments (especially Germany) are forcing Greece into a deflationary setting, with wages (and accordingly consumption) decreasing during a period where the government has put stringent measures of austerity in effect. In other words Greece for years to come will suffer from low growth rates and high (especially for young(er) people) unemployment. All this while inflationary measures in the core of the Eurozone (again: mainly Germany) would bring about the same result (full or semi-debt repayment) in a much less cruel manner. Let's just hope that the planned reforms will actually structurally effect change and not just be limited to punishing pensioners, cab drivers and public sector workers without creating a better-working system at the same time. I have my doubts, but as one says in German: Die Hoffnung stirbt zuletzt (hope dies last).
Monday, August 01, 2011
Le Lièvre de Patagonie
Claude Lanzmann est évidemment surtout connu pour son œuvre documentaire de huit heures sur l'holocaust: Shoah - que je n'ai toujours pas complètement vu. Le Lièvre de Patagonie et son auto-biographie. Elle est longue, l'auteur est convaincu de soi-même d'une manière irritante même fatigante, Lanzmann de plus - comme Malraux dans ses Antimémoires - ressent le besoin de se montrer proche - ami, confidant - d'un grand homme. Pour Malraux c'était de Gaulle, pour Lanzmann ces sont Sartre et à un moindre degré Simone de Beauvoir dont il fut l'amant pendant quelques années.
Cela semble bizarre peut-être alors, mais le livre vaut vraiment le coup. Lanzmann autant qu'il s'aime soi-même à mené une vie intéressante qui lui a fourni à la fois avec des choses à dire et une style de le faire. Sans vrai fil narrative, il saute de la résistance, au Temps Modernes, à Berlin en 1947, en Israël - qu'il décrit comme la réappropriation de la violence par les Juifs - à tout moment et vers la fin il circule autour le grand projet de sa vie, Shoah.
Cela semble bizarre peut-être alors, mais le livre vaut vraiment le coup. Lanzmann autant qu'il s'aime soi-même à mené une vie intéressante qui lui a fourni à la fois avec des choses à dire et une style de le faire. Sans vrai fil narrative, il saute de la résistance, au Temps Modernes, à Berlin en 1947, en Israël - qu'il décrit comme la réappropriation de la violence par les Juifs - à tout moment et vers la fin il circule autour le grand projet de sa vie, Shoah.
Friday, July 01, 2011
Der Colonel
Ich kann wahrlich nicht behaupten bisher viel außerwestliche Literatur gelesen zu haben. Nur eine der vielen weiteren Bildungslücken, welche höchstwahrscheinlich nie zu meiner Zufriedenheit geschlossen sein werden. Den Iran finde ich seit Jahren faszinierend ohne große Kenntnisse desselben zu besitzen. Der Colonel von Mahmoud Doulatabadi, erstveröffentlich auf Deutsch da im Iran wenig überraschend der Zensur zum Opfer gefallen, ist also ein Versuch meinen Erkentnisshorizont ein wenig zu erweitern.
Doulatabadi schildert hier das Schicksal einer Familie im Iran des 20. Jahrhundert als ein grausames und unglaublich hartes Aufeinanderprallen verschiedenster Lebenswelten. Die unabhängige Frau kontrastiert mit ihrem daran verzweifelnden Mann und (Haupt)erzähler. Derselbe, Nationalist und Offizer der Armee des Schahs verweigerte den Gehorsam und vegetiert seitdem dahin den Verfall seiner Familie beobachtend. Seine Kinder respektieren seine Entscheidung der Verweigerung ohne seine vorherige Karriere nachvollziehen zu können und vergehen eines nach dem anderen in den Wirren des postrevolutionären Irans - der eine Kommunist, die andere Sozialistin, die dirtte unglücklich kleinbürgerlich verheiratet, der letzte Märtyrer des Iran-Irakischen Krieges. Über allem steht die Folter und seine Schergen, der Sohn, welcher noch lebt, aber im Keller dahinschwindet und der alles beobachtende Vater.
All das geschrieben in einem schwierig zu folgenden, tief metaphorischem und allegorischem Stil, welcher dem Leser (voire: mir) das Leben nicht einfach macht. Ein schwieriges Buch, aber auch ein lohnenswertes um die Konfusion, die Grausamkeit und die Depression des frühen revolutionären Irans verstehen zu können. Ich habe selten die Beweggründe einer Zensur als so inhärent logisch empfunden. Und genau deswegen sollte Der Colonel natürlich gelesen und weiter veröffentlicht werden.
Doulatabadi schildert hier das Schicksal einer Familie im Iran des 20. Jahrhundert als ein grausames und unglaublich hartes Aufeinanderprallen verschiedenster Lebenswelten. Die unabhängige Frau kontrastiert mit ihrem daran verzweifelnden Mann und (Haupt)erzähler. Derselbe, Nationalist und Offizer der Armee des Schahs verweigerte den Gehorsam und vegetiert seitdem dahin den Verfall seiner Familie beobachtend. Seine Kinder respektieren seine Entscheidung der Verweigerung ohne seine vorherige Karriere nachvollziehen zu können und vergehen eines nach dem anderen in den Wirren des postrevolutionären Irans - der eine Kommunist, die andere Sozialistin, die dirtte unglücklich kleinbürgerlich verheiratet, der letzte Märtyrer des Iran-Irakischen Krieges. Über allem steht die Folter und seine Schergen, der Sohn, welcher noch lebt, aber im Keller dahinschwindet und der alles beobachtende Vater.
All das geschrieben in einem schwierig zu folgenden, tief metaphorischem und allegorischem Stil, welcher dem Leser (voire: mir) das Leben nicht einfach macht. Ein schwieriges Buch, aber auch ein lohnenswertes um die Konfusion, die Grausamkeit und die Depression des frühen revolutionären Irans verstehen zu können. Ich habe selten die Beweggründe einer Zensur als so inhärent logisch empfunden. Und genau deswegen sollte Der Colonel natürlich gelesen und weiter veröffentlicht werden.
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