L'Aldultera ist bereits die dritte Novelle Fontanes, welche ich in den letzten Wochen gelesen habe. Ich war (wieder, siehe hier und hier) sehr überrascht von Fontanes starker Frauenfigur im Mittelpunkt der Geschichte. Wie der Titel ja impliziert, handelt es sich hierbei um eine verheiratete Frau, welche ihren Mann betrügt, ihn letztendlich verlässt, ja sogar ein voreheliches (vor der 2. zumindest) Kind bekommt. Fontane versucht Entschuldigungen für diese Frau zu finden (sie ist jünger als ihr Mann, welcher zwar reicher aber bei allem Gutwillen an Benehmen und Kultur mangeln läßt, sowie einen sehr grobschlächtigen Humor sein eigen nennt), verteidigt aber letzten Endes doch eine Ehebrecherin, welche zusätzlich als eine Art Rabenmutter ihre Kinder für ihren Liebhaber verläßt. Ein unglaublich modern erscheinendes Thema also und eine durchaus antitraditionalistische Behandlung desselben durch Fontane.
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Sunday, July 05, 2009
Wednesday, May 20, 2009
Mathilde Möhring
Direkt ein zweiter Roman (eine Nouvelle, doch sehr kurz irgendwie) von Fontane. Nach Irrungen, Wirrungen nun Mathilde Möhring. Wieder wird die Erzählung durch eine starke Frauenrolle geprägt, die gute Mathilde ist in diesem Fall noch einiges eindrucksvoller (und stärker) als Magdalene Nimptsch. Sie ist die Tocher einer alleinerziehenden Witwe, welche aufgrund mangelnder finanzieller Mittel einen Untermieter bei sich einziehen lässt. Mathilde nimmt es auf sich diesen jungen Mann zu formen und sich von ihm ehelichen zu lassen (hier erscheint Fontanes Porträt wenig überzeugend, er lässt Mathilde denken, ihr zukünftiger Mann sei von Anfang an an ihr interessiert, sie täuscht sich, merkt dies aber nie und wird es später nie wieder tun (sich täuschen)). Er besteht aufgrund ihrer Assistenz sein Staatsexamen, wird Bürgermeister und auf diesem Gebiet erfolgreich, alles wegen ihres Eifers und ihrer klugen Ratschlägen. Ich will das Ende nicht vorweg nehmen, auch wenn der Roman nicht von seiner Spannung lebt, aber am Ende muß Mathilde einsehen, daß einige Menschen den von ihr ausgeübten Druck nur schwer verarbeiten können und sie ihren Erfolg sich lieber selber als durch andere erarbeiten sollte.
Fontane lohnt sich wirklich, sonst braucht man da wenig zu sagen.
Fontane lohnt sich wirklich, sonst braucht man da wenig zu sagen.
Monday, May 18, 2009
Irrungen, Wirrungen
Fontane war mir aus meinem Deutsch-Leistungskurs immer gut in Erinnerung geblieben und ich hatte schon lange mal wieder etwas von ihm lesen wollen. Irrungen, Wirrungen also, die, natürlich, unglückliche Liebesgeschichte zwischen einem Grafen und einer Kleinbürgerlichen. Aus Standesgründen sind sie von Anfang an dazu verurteilt und ihresgleichen zu bleiben.
Interessant fand ich mehrere Aspekte. Die, zumindest angedeutete, sexuelle Freizügigkeit auch der Frau, welche zwei (feste) Partner ihr eigen nennt bevor sie letzten Endes heiratet. Die Beschreibung Berlins, welches mir zwar den Namen nach bekannt vor kam, nicht aber in seinen Gegebenheiten. Wilmersdorf war wirklich ein Dorf, die Felder von Spandau sind auch entschwunden und der Anhalter Bahnhof steht auch schon seit einigen Jährchen nicht mehr (seit wann eigentlich?). Die Adligen kommen bei Fontane nicht sonderlich gut weg, was ich natürlich sehr begrüßte.
Literarisch ist die Offenheit von Fontane bemerkenswert, es wird zwar bei ihm auch vieles versteckt oder nicht direkt ausgedrückt, aber die meisten Gespräche bzw Gedanken sind halt ohne jedes Versteckspiel, ohne die komplizierten Gedankengänge der Romane des 20. Jahrhunderts. Ich will das gar nicht beurteilen, mag Fontane aber auch Sartre, fand es aber sehr interessant. Die starke Betonung des Dialog als Bedeutungsträgers war für mich vielleicht nicht neu, doch zumindest ungewohnt.
Interessant fand ich mehrere Aspekte. Die, zumindest angedeutete, sexuelle Freizügigkeit auch der Frau, welche zwei (feste) Partner ihr eigen nennt bevor sie letzten Endes heiratet. Die Beschreibung Berlins, welches mir zwar den Namen nach bekannt vor kam, nicht aber in seinen Gegebenheiten. Wilmersdorf war wirklich ein Dorf, die Felder von Spandau sind auch entschwunden und der Anhalter Bahnhof steht auch schon seit einigen Jährchen nicht mehr (seit wann eigentlich?). Die Adligen kommen bei Fontane nicht sonderlich gut weg, was ich natürlich sehr begrüßte.
Literarisch ist die Offenheit von Fontane bemerkenswert, es wird zwar bei ihm auch vieles versteckt oder nicht direkt ausgedrückt, aber die meisten Gespräche bzw Gedanken sind halt ohne jedes Versteckspiel, ohne die komplizierten Gedankengänge der Romane des 20. Jahrhunderts. Ich will das gar nicht beurteilen, mag Fontane aber auch Sartre, fand es aber sehr interessant. Die starke Betonung des Dialog als Bedeutungsträgers war für mich vielleicht nicht neu, doch zumindest ungewohnt.
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