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Sunday, December 08, 2013

Briefe an Olga

Als Absolvent des Vaclav Havel Jahrgangs des Europa Kollegs fühlte ich mich fast dazu gezwungen etwas von diesem Helden der Moderne - Schriftsteller, Widerständler, Präsident - zu lesen. Seine "Briefe an Olga" stammen aus den Jahren 1979-1983 während er im Gefängnis saß und als einzigen Kontakt zur Außenwelt an seinen Bruder und eben an seine Frau schrieb. Havels Briefe sind insofern fast notgedrungen eine merkwürdige Mischung zwischen Mondänem und tief philosophischen Extrakten über den Menschen oder auch das Theater. Ich muss ehrlich sagen, dass ich viele seiner Überlegungen interessant fand, es aber schwierig fand in diese Sammlung von Texten hinein zu kommen. Die Briefe sind zeitweise zu abgehoben philosophisch, zeitweise zu sehr auf kleine Nicklichkeiten und Krankheiten fokussiert. Sein viel gerühmter Essay, The Power of the Powerless, den ich immer noch nicht gelesen habe, ist vielleicht ein besserer Einsteig. Oder auch einfach eines seiner Theaterstück.

Wednesday, April 21, 2010

Geschichten aus Sieben Ghettos

Ein weiterer Exilautor, der rasende Reporter Egon Erwin Kisch war mir das erste Mal als linientreuer Parteigenosse gegen den sich emanzipierenden Glaser agitierend bewußt unter die Augen gekommen. Zufälligerweise hatte ich mir kurz vorher eines seiner Bücher gekauft, sonst hätte ich seine Geschichten aus Sieben Ghettos aus reiner Abneigung wohl gar nicht gelesen.

Warum gab es eigentlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert so viele faszinierende intellektuelle Weltreisende? Kisch gehört auch in diese illustre (Neruda, Hemingway, Malraux, Céline...) Gruppe, auch wenn seine Prinzipientreue (oder blinde Kommunismusgläubigkeit) ihn wohl in seinen Reportagen über die Sowjetunion beeinflußten, sowie zersetzende Autoren wie Glaser kritisieren und als deutschsprachiger (und -schreibender) Tscheche die Beneš-Dekrete befürworten ließ. Wer will es ihm verdenken. Unzählig sind diejenigen, welche in dieser Zeit dem Charme der Sowjetunion erlagen und ohne die Umstände dieser Jahre wirklich zu kennen kann ich dieses tragische Fehlurteil nicht bewerten.

Kischs Biographie im Schnelldurchgang also. Aufgewachsen im k.u.k. Prag, Journalist, gilt angeblich als einer Erfinder der literarischen Reportage, Reisender (Australien, China, USA, Europa...), jüdischer Herkunft, spielte eine aktive Rolle im österreichischen Gegenstück zur deutschen Novemberrevolution, in Berlin arbeitend bis von den Nazis 1934 ausgewiesen, amerikanisches und mexikanisches Exil, schließlich sein Tod 1947 in Prag. Dies nur als Hintergrund.

Geschichten aus Sieben Ghettos ist eine Sammlung spannender, faszinierender Kurzgeschichten und Reportagen über jüdisches Leben in Europa im Laufe der Jahrhunderten. Akkurat erscheinede historische Extrakte etwa über die Brüder Fey, welche versuchten während der französischen Revolution Geschäfte zu machen und mit Danton und Chabot unter der Guillotine endeten kontrastieren mit zeitgemäßen Beobachten über (seinerzeit) modernes jüdisches Leben in Paris und Amsterdam. Hinzu kommen Wiedererzählungen jüdischer Moralgeschichten, welche auf diesen sehr typischen osteuropäisch-jüdischen Humor (frei nach Shlomo Sand würde ich behaupten, daß dieser nicht allgemein jüdisch sei) aufbauen, welchen ich einfach toll finde. Schlichtweg ein wirklich empfehlenswertes Büchlein.

Sunday, January 31, 2010

L'insoutenable légèreté de l'être

Milan Kundera (récemment dans les actualités de nouveau à cause de son passé apparemment collaboratrice avec le service secret tchèque) a avec L'insoutenable légèreté de l'être un bouquin très difficile à décrire. Très bien, mais très difficile à capter. On y trouve des nouveaux chapitres tous les deux pages. La perspective change entre quatre caractères parfois racontant le même incident et un narrateur qui se réclame d'être l'auteur lui-même. De plus le roman traite au moins deux sujets majeurs, c'est d'abord un décrit du printemps de Prague en 1968 et la répression des intellectuels après mais au même temps une narrative philosophique sur les humains et les relations amoureuse entre eux.

Tomas n'est pas seulement un docteur qui souffre de ses (peu d') actions politiques mais aussi le compagnon de long-terme de Tereza qui n'arrive pas à vivre sans elle mais la trompe constatement. Tereza est une photographe de la rue et des manifestations et la femme qui se pousse dans la vie de Tomas, qui souffre énormément de ses infidélités sans qu'elle peut se laisser de lui. Sabrina est la légèreté, la concubine, jamais la compagnon; Franz est la pesanteur, jamais l'amant, toujours le mari.

J'ai beaucoup aimé les monologues intérieurs et philosophiques de ces caractères. Je ne sais pas si on peut retirer beaucoup de leçon du livre (les êtres humains sont très différents? la vie est vain? ainsi l'amour? les régimes autoritaires ne sont pas bien?). Mais je crois que d'un certain sens c'est cela le message, qu'il n'y en a pas nécessairement.

Ma citation favorite du livre (qui au contraste de ce que je viens d'expliquer clairement prend position et est un message):
"Elle voulait leur dire que le communisme, le fascime, toutes les occupations et toutes les invasions dissimulent un mal plus fondamental et plus universel [...]. L'image de ce mal, c'était le cortège de gens qui défilent en levant les bras et en criant les mêmes syllabes à l'unisson."